Dubai will fußgängerfreundlichen Stadtteil bauen

Ansichtssache2. April 2017, 09:00
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Auf der Gewerbeimmobilienmesse Mipim in Cannes wurde vor wenigen Tagen erstmals der Masterplan für einen neuen Stadtteil in Dubai, Jumeirah Central genannt, vorgestellt

visualisierung: dubai holding

Es ist ein Vorhaben, das es so wohl nur in Dubai, bekannt für seine Immobilienprojekte der Superlative, geben könnte: Auf einem größtenteils unbebauten Grundstück soll in den nächsten Jahren ein komplett neuer Stadtteil aus dem Boden gestampft werden. In "Jumeirah Central" sind 278 gemischt genutzte Gebäude mit 4,4 Millionen Quadratmetern Bruttogeschoßfläche geplant, die auf 75 Häuserblocks aufgeteilt sind.

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Der Masterplan wurde vor wenigen Tagen auf der Gewerbeimmobilienmesse Mipim präsentiert, wo auch gleich um die Gunst der internationalen Geldgeber gebuhlt wurde. Hinter dem Projekt steht die Dubai Holding, die der Regierung von Dubai gehört.

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Fehler, die Stadtplaner in Dubai in der Vergangenheit machten, will man offenbar nun vermeiden. Entstehen soll ein fußgängerfreundlicher, nachhaltiger Stadtteil, heißt es vonseiten der Projektverantwortlichen. Das soll beispielsweise durch 33 Parks und 37 Plazas funktionieren.

"Wir haben vor, einen öffentlichen Bereich zu kreieren", so Tim Hooker, Head of Development bei der Dubai Holding. Geplant seien auch sogenannte "Midblock Arcades", also Durchgänge zwischen Häuserblocks, die die Bewohner des Stadtteils dazu verlocken sollen, ihr Auto stehen zu lassen und zu Fuß zu gehen.

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Diese "Midblock Arcades" seien klimatisiert, versichert Hooker. Auch heruntergekühlte Lobbies und Einkaufszentren sind im neuen Stadtteil als Teil des Wegenetzes geplant.

Nachhaltigkeit will man auch durch Systeme zum Wassersparen und das Nutzen von Sonnenenergie garantieren, heißt es in einer Broschüre der Dubai Holding. Noch etwas ist Hooker wichtig zu betonen: In "Jumeirah Central" soll es nicht nur Luxus-Wohnungen geben. Geplant sind auch günstigere Wohnformen und Studentenheime.

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Und, ganz wichtig: Das Ganze soll sich natürlich auch für Investoren rechnen, die den mehrmals pro Tag stattfindenden Präsentationen in Cannes interessiert lauschten. Es soll "die funktionalste und wertvollste Immobilie" in Dubai werden, hieß es dort.

35.000 Menschen sollen in "Jumeirah Central" einmal leben, zehntausende hier arbeiten. 100 Millionen Besucher erwartet man jährlich, wenn das Mega-Projekt erst einmal fertiggestellt ist.

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Aber das ist Zukunftsmusik. In einer ersten Entwicklungsphase sollen nun aber 67 Projekte zur gemischten Nutzung und 1.488.800 Quadratmetern Grundfläche entstehen. Geplant sind in Bauphase Eins 2500 Wohneinheiten, 16 Hotels, 13 Bürogebäude und ein Einkaufszentrum – all das ist übrigens so geclustert, dass es notfalls auch ohne weitere Bauphasen als Stadtteil funktionieren kann.

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Die ersten Gebäude sollen dann 2021 fertig werden, so Hooker. Prognosen über die weiteren Entwicklungsschritte will er aber noch keine machen. (Franziska Zoidl, 2.4.2017)

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