Peru schließt 23 Häfen wegen "anomaler Wellen"

22. März 2017, 11:21
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Regionale Ausformung von El Nino führt zu Überschwemmungen

Lima – Die Behörden in Peru haben wegen "anomaler Wellen" 23 Pazifikhäfen vorübergehend geschlossen. Wie das Katastrophenzentrum mitteilte, geht diese Maßnahme auf eine Forderung der Schifffahrtsdirektion der Marine zurück. Der größte und wichtigste Hafen des Landes, Callao bei der Hauptstadt Lima, bleibt aber vorerst offen.

Hintergrund

Hinter dem Phänomen steckt eine regionale Ausformung von El Nino, die sich bisher auf die peruanische Küste beschränkt. Das Meereswasser vor der Küste ist derzeit um rund fünf Grad wärmer als um diese Jahreszeit üblich. Stellenweise wurden sogar zehn Grad mehr gemessen.

Wegen der dadurch ausgelösten starken Verdunstung des Wassers kam es zu heftigen Regenfällen in den Anden, was die Flüsse anschwellen ließ und zu dramatischen Überschwemmungen und Erdrutschen führte. Ganze Ortschaften wurden durch die reißenden Ströme zerstört – das Gefälle von den Anden zur Küste verschlimmerte die Lage noch.

Präsident fordert Maßnahmen gegen Klimawandel

Mindestens 78 Menschen kamen dadurch bisher ums Leben, insgesamt sind mehr als 600.000 Menschen betroffen. Der peruanische Präsident Pedro Pablo Kuczynski forderte die internationale Gemeinschaft zu mehr Anstrengungen gegen den Klimawandel auf.

Laut dem El-Nino-Experten Dimitri Gutierrez dürften die gegenwärtigen Verhältnisse bis in den April anhalten. Ob sich aus diesem vorerst nur regionalen Phänomen die als eigentlicher El Nino bekannte großräumige Erwärmung des Pazifiks entwickeln werde, ist nach Einschätzung des Deutschen Wetterdienstes (DWD) noch unklar.

El Nino kann extreme Wetterbedingungen auslösen – von Dürren bis zu Hurrikans. Weil seine Auswirkungen oft in der Weihnachtszeit bemerkt wurden, wurde es El Nino getauft, spanisch für Christkind. Auch in Peru begannen die ungewöhnlichen Wetterentwicklungen wieder um diese Zeit. (APA, red, 22. 3. 2017)

  • Viele Küstenabschnitte in Peru sind zerstört.
    foto: reuters / mariana bazo

    Viele Küstenabschnitte in Peru sind zerstört.

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