Studien: Hunderte Millionen Menschen ohne Zugang zu Trinkwasser

22. März 2017, 08:58
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Die Wasserknappheit wird laut Hilfsorganisationen wegen des Klimawandels zunehmen. Risiko auch in Spanien und USA

Sydney – Mehr als eine halbe Milliarde Menschen auf der Welt müssen nach einer neuen Studie Tag für Tag ohne sauberes Wasser auskommen. Am schlimmsten sei die Lage in den drei Entwicklungsländern Papua-Neuguinea, Madagaskar und Mosambik, teilte die Hilfsorganisation Water Aid am Mittwoch anlässlich des Weltwassertags in Sydney mit.

Auf der Pazifikinsel Papua-Neuguinea mit ihren etwa 7,2 Millionen Bewohnern haben demnach mehr als zwei Drittel der Landbevölkerung (67 Prozent) kein Trinkwasser. In den beiden ostafrikanischen Ländern Madagaskar und Mosambik sind es 65 beziehungsweise 63 Prozent.

Auch China und Indien betroffen

Der Studie zufolge sind 663 Millionen Menschen – von insgesamt knapp 7,5 Milliarden – von der Versorgung mit sauberem Wasser abgeschnitten. Davon leben 552 Millionen in ländlichem Gebieten. Zu den Staaten, die besonders betroffen sind, gehören auch China und Indien, die beiden bevölkerungsreichsten Länder der Welt. Die Hilfsorganisation befürchtet, dass die Wasserknappheit durch den Klimawandel zunehmen wird.

Auch der WWF warnt vor einer Verschärfung der globalen Wasserkrise. Die Lage werde sich bis zum Jahr 2030 durch den Klimawandel sowie das Bevölkerungs- und Wirtschaftswachstum weiter zuspitzen. Entwicklungs- und Schwellenländer stehen vor einer doppelten Herausforderung, aber auch Regionen in Europa und den USA sind betroffen, heißt es in einer WWF-Analyse.

Bevölkerungsanstieg

"Die Süßwasserressourcen werden in Zukunft am stärksten in Gebieten beansprucht, in denen die Bevölkerung ansteigt, die Wirtschaft boomt und der Klimawandel besonders heftig zuschlägt. Dies kann ganze Regionen destabilisieren", warnte Philip Wagnitz, Referent für Süßwasser beim WWF Deutschland. Dürren oder eine unzureichende Wasserversorgung stünden oft am Anfang von Konflikten und Fluchtbewegungen.

Vor allem in Afrika, dem Nahen Osten, Nordchina und auf dem indischen Subkontinent seien die Wasserressourcen in vielen Gebieten jetzt schon übernutzt. Ohne Gegenmaßnahmen wird es laut WWF zu verheerenden Folgen für Mensch und Natur kommen. Auch einige Regionen in Industrienationen weisen in der Analyse die höchste Risikostufe auf. Dazu zählen Südspanien sowie Teile der USA und Australiens. In den vergangenen 100 Jahren seien weltweit bereits mehr als 50 Prozent der Feuchtgebiete verschwunden.

Fehlende Sanitäranlagen

Die Austrian Development Agency (ADA) zählt 1,8 Milliarden Menschen, welchen es an sauberem Trinkwasser fehlt. "Fehlende Sanitäranlagen und nicht gereinigtes Abwasser führen in vielen Regionen dazu, dass auch das Trinkwasser verschmutzt ist", erläuterte Martin Ledolter, Geschäftsführer der heimischen Agentur für Entwicklungszusammenarbeit, in einer Aussendung.

Die ADA habe daher im Vorjahr mit rund 21 Millionen Euro nicht nur die Versorgung mit Trinkwasser, sondern auch die Entsorgung von Abwasser und den Bau von Sanitäranlagen gefördert. 10.000 Menschen bekommen etwa in Kamashi – im äthiopischen Grenzgebiet zum Sudan – durch Finanzierung der ADA und die Arbeit des Roten Kreuzes sauberes Trinkwasser und Latrinen. Nur 16 Prozent der dort ansässigen Bevölkerung haben aktuell Zugang zu sanitären Einrichtungen. (APA, red, 22.3.2017)

  • Das Foto entstand im Südsudan.
    foto: mackenzie knowles-coursin/unicef via ap

    Das Foto entstand im Südsudan.

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