Neuer Raketentest Nordkoreas offenbar fehlgeschlagen

22. März 2017, 06:04
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USA und Südkorea: Rakete explodierte Sekunden nach dem Start an Nordkoreas Ostküste

Pjöngjang/Washington/Seoul – Ein erneuter Raketentest Nordkoreas ist nach Angaben aus den USA und Südkorea am Mittwoch gescheitert. Die Rakete sei offenbar Sekunden nach dem Start an Nordkoreas Ostküste explodiert, sagte ein US-Militärsprecher. Auch ein südkoreanischer Militärvertreter sprach von einer Explosion nur wenige Sekunden nach dem Start.

Die Nachrichtenagentur Yonhap meldete, die Rakete könnte explodiert sein, bevor sie eine Höhe erreicht habe, ab der sie vom südkoreanischen Radar erfasst worden wäre. Zuvor hatte die Nachrichtenagentur Kyodo unter Berufung auf japanische Regierungskreise gemeldet, dass der Start mehrerer nordkoreanischer Raketen wohl fehlgeschlagen sei.

In diesem Monat hatte Nordkorea nach japanischen Angaben bereits vier Raketen ins Meer abgefeuert. Der Test war möglicherweise eine Antwort auf das jährliche gemeinsame Militärmanöver Südkoreas und der USA.

Parlamentssitzung für April angekündigt

Nordkoreanische Staatsmedien berichteten unterdessen am Mittwoch, dass das Parlament am 11. April in Pjöngjang zu seiner Frühjahrssitzung zusammenkommen soll. Einzelheiten wurden wie üblich nicht genannt.

Die Volksversammlung ist nominell das höchste Machtorgan des Staates, tritt aber normalerweise nur ein- oder zweimal jährlich zusammen. Dabei werden weitgehend Beschlüsse der Staatsführung gebilligt, etwa Budgetvorlagen und Personalentscheidungen.

Lage angespannt

Machthaber Kim Jong-un hatte im vergangenen Mai beim ersten Kongress der Arbeiterpartei seit 1980 seine Stellung an der Parteispitze zementiert. Dabei wurde ihm der neu geschaffene Titel des Parteivorsitzenden verliehen. Im darauffolgenden Juni kam die Volksversammlung zusammen.

Die Lage in der Region ist nach zwei weiteren Atomversuchen und zahlreichen Raketentests Nordkoreas seit dem vergangenen Jahr sehr angespannt. Der UN-Sicherheitsrat hatte die Sanktionen im September verschärft. (APA, Reuters, 22.3.2017)

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    foto: apa/afp/jung yeon-je
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