Hoverboard

27. März 2017, 12:26
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Trotzdem cool aussehen oder Monstranz lemmingartiger Lächerlichkeit

foto: apa / dpa / rainer jensen

Pro
von David Rennert

Richtige Hoverboards gibt es ja leider noch immer nicht. Wer wie einst Michael J. Fox in "Zurück in die Zukunft II" mit selbstschwebenden Skateboards durch die Gegend rasen möchte, muss sich auch 2017 noch gedulden.

Jüngere Entwicklungen, die auf Schwebemechanismen mittels Magnetismus oder Akkuventilatoren setzen, kommen dem 1989 erdachten Vorbild in Aussehen und Leistung nur sehr langsam näher. Das Einzige, was bei diesen Modellen wirklich zuverlässig abhebt, ist der Preis.

Die elektrischen Rollbretter aber, die zunehmend auch in Österreich konservative Straßenverkehrsteilnehmer gegen sich aufbringen und landläufig ebenfalls als Hoverboards bezeichnet werden, bleiben überhaupt am Boden.

Als eine Art Hybrid aus Skateboard und Segway gelingt es ihnen aber immerhin, die Vorzüge beider Gefährte einigermaßen zu verbinden: faul durch die Gegend zu rollen und trotzdem ein bisschen cool dabei auszusehen. Was will man denn mehr – außer dem echten Schwebeboard, auf das wir nun schon seit bald drei Jahrzehnten warten?

Kontra
von Lisa Mayr

Es gibt Fortbewegungsmittel, die die Eleganz des Menschen unterstreichen. Dazu zählen Oldtimer, Kutschen, manch edles Ross. Dazu zählen nicht: Rasenmähertraktoren, Mopedautos – und Hoverboards. Wenn Sie nicht wissen, worum es sich bei Letzteren handelt, schauen Sie sich das Bild oben an. Die Grafikerin wollte das immer noch lässige Skateboard, seit je mit der ehrlichen Kraft des Jugendfußes bewegt, vom uncoolen Hoverboard abgrenzen, das Strom und Ladestation braucht. Ist ihr gelungen.

Denn der Lässigkeit des Skateboards steht die kategorische Lächerlichkeit des Hoverboards gegenüber, die nur mehr übertroffen wird von jener des noch unsäglicheren Segway. Schon einmal ein Rudel beradhelmter Stadttouristen gesehen, das sich auf Segways über den Gehsteig schlängelt? Eine Monstranz lemmingartiger Lächerlichkeit!

Wollte das Skateboard, in der Surferszene der 60er-Jahre geboren, die Wellen des Meeres auf den urbanen Asphalt übertragen, will das Hoverboard – ja was eigentlich? Das Ding hat nicht einmal mehr ein richtiges Anliegen! (RONDO, 27.3.2017)

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