Dubai will Familien mit Drei-Sterne-Hotels anlocken

22. März 2017, 06:00
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Zu den mehr als 100.000 Hotelzimmern sollen bis 2020 noch gut 50.000 dazukommen

Wien/Berlin – Dubai, die Tourismushochburg in den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE), will noch höher hinaus und speziell Familien ansprechen. 20 Millionen Besucher sollen das Emirat im Jahr der Expo 2020 besuchen – nach 14,9 Millionen im Vorjahr.

"Um dieses Ziel zu erreichen, müssen wir die Infrastruktur anpassen", sagte der Tourismusverantwortliche für Dubai, Issam Kassim, am Rande einer Messe dem STANDARD in Berlin. "Das heißt, wir werden nicht nur die Bettenkapazität steigern, sondern auch eine Differenzierung in den Hotelkategorien vornehmen." Weil man verstärkt Familien mit Kindern ansprechen wolle, soll es mehr leistbare Unterkünfte in der Drei- und Vier-Sterne-Kategorie, aber auch Appartments geben, die von Online-Dienstleistern wie Airbnb vermittelt werden könnten.

Anreiz zur Investition

Durch ein Bündel an Maßnahmen, das auch Anreize wie die Aussetzung der zehnprozenti- gen Gemeindesteuer (Municipality Fee) für fünf Jahre vorsieht, soll der Bau von Hotels im Drei- und Vier-Sterne-Bereich angeschoben werden. "Das führt dazu, dass das Investment schneller zurückverdient werden kann und ein Anreiz besteht, in dieses Segment zu investieren", sagte Kassim.

In der Vergangenheit hat Du- bai insbesondere den Luxustourismus forciert. Ende 2016 gab es in der 2,4-Millionen-Einwohner-Stadt 96 Fünf-Sterne-Hotels mit mehr als 33.000 Zimmern, in der Ein- bis Drei-Sterne-Kategorie waren es knapp 22.000. Zu den aktuell 105.000 Hotelzimmern sollen bis 2020 noch 50.000 bis 60.000 dazukommen.

Auch Österreich gehört zum erweiterten Kreis an Ländern, wo Dubai Potenzial sieht, touristisch zu punkten. 2016 haben 55.000 Österreicher die größte Stadt der Emirate besucht. 20 Prozent der Dubai-Reisenden sind Geschäftsleute. Das soll auch in Zukunft so bleiben.

Indien wichtigster Herkunftsmarkt

Vor zwei Jahren hat Indien Saudi-Arabien als wichtigsten Herkunftsmarkt überholt. Auf den Plätzen folgen Großbritannien, Oman, Pakistan und die USA. Bei chinesischen Touristen, mittlerweile die siebentgrößte Gästegruppe in Dubai, habe man in den vergangenen zwei Jahren "einen signifikanten Wachstumsschub" beobachtet. Durch die kürzlich angekündigte Aufhebung des Visa-Zwangs erwarte man weiter stark steigende Zuwachsraten aus China, sagte Kassim.

Stark eingebrochen ist laut Kassim zuletzt der russische Markt. Nun sehe man, dass russische Gäste "langsam wieder zurückkommen". Auch für russische Staatsangehörige wurde die Visapflicht aufgehoben, genauso wie für alle Mitgliedsländer der EU.

Dubai war das erste Land im Nahen Osten, das sich ein wirtschaftliches Standbein abseits von Öl und Gas gesucht und im Tourismus gefunden hat. "Die Weichen wurden Anfang der 1980er-Jahre gestellt. Abu Dhabi hatte viel Öl; wir auch, aber mit abnehmender Tendenz. So hat man sich Alternativen überlegt, den Tourismus angekurbelt, einen der größten Häfen der Welt gebaut, ein Luftfahrtdrehkreuz und vieles andere mehr", sagte Kassim.

Statt Abschottung habe das Emirat eine Open-Sky-Politik verfolgt. Kassim: "Das ist zwar gegen die Interessen unserer eigenen Fluglinie, aber zum Wohle Dubais. Wir wollen so viele Airlines wie möglich anziehen; das ist uns gelungen." (Günther Strobl, 22.3.2017)

  • Ein Tourist mit Flyboard in der Marina von Dubai.
    foto: afp / karim sahib

    Ein Tourist mit Flyboard in der Marina von Dubai.

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