Wien: Fahrscheinkontrollor wegen Kopfstoßes gegen Fahrgast verurteilt

21. März 2017, 12:36
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Drei Monate bedingt wegen Körperverletzung, Kollege wurde freigesprochen – Schaffner in Niederösterreich mit Baseballschläger bedroht

Wien – Ein 20-Jähriger, der im Oktober ohne Fahrschein mit der Linie U4 unterwegs war, ist von einem Kontrollor der Wiener Linien attackiert worden. Der 35-Jährige versetzte dem Burschen einen Kopfstoß, wobei er dem Schwarzfahrer einen Riss in der Lippe zufügte. Am Dienstag wurde der Schwarzkappler wegen Körperverletzung – nicht rechtskräftig – verurteilt.

Der Vorfall ereignete sich am 6. Oktober in der U-Bahn-Station Braunschweiggasse. Der 20-Jährige war gerade auf dem Weg zur Arbeit, als er beim Schwarzfahren erwischt wurde. Da er in Hütteldorf einen Bus, der nur jede Stunde fährt, erwischen wollte, fragte er die beiden Kontollore, ob sie das Prozedere nicht bei fahrender U-Bahn machen könnten. "Die haben gesagt, sie würden nicht das machen, was ich sage, sondern das, was sie sagen", meinte der junge Mann im Zeugenstand.

Er solle nicht so frech sein

In der Braunschweiggasse ausgestiegen, soll einer der Schwarzkappler (44) dem 20-Jährigen den Ausweis aus der Hand gerissen haben. Daraufhin begann der junge Mann die beiden zu beschimpfen. "Da meinte sein Kollege, ich soll nicht so frech sein." Mit einem gezielten Kopfstoß sei er von dem 35-Jährigen attackiert worden. "Er hatte sogar ein Cut auf der Stirn, weil er einen Zahn von mir getroffen hat", so der 20-Jährige. Daraufhin flüchtete der junge Mann. Die Kontrollore sollen ihm noch "Lauf, Forest, lauf" in Anspielung auf den Film "Forest Gump" nachgerufen haben. Der 20-Jährige holte die Polizei und begab sich zur Behandlung ins UKH Meidling.

Die beiden Schwarzkappler bekannten sich vor Richter Georg Olschak nicht schuldig. Sie konnten sich an einen derartigen Vorfall an diesem Tag nicht erinnern. "An diesem Tag war überhaupt nichts", meinte der 35-Jährige. Sein 44-jähriger Kollege, der eigentlich Straßenbahnfahrer ist und nur gelegentlich bei den Kontrollen aushalf, will von einer Attacke nichts mitbekommen haben.

Der 44-Jährige, der wegen Begünstigung und falscher Beweisaussage angeklagt war, wurde im Zweifel freigesprochen, sein Kollege erhielt wegen Körperverletzung eine bedingte Strafe von drei Monaten. Beide Urteile sind nicht rechtskräftig, die Staatsanwaltschaft gab keine Erklärung ab.

Schaffner mit Baseballschläger bedroht

Zu einer Auseinandersetzung zwischen einem Fahrgast und einem Schaffner ist es auch in Niederösterreich gekommen. Ein 19-jähriger aus Waidhofen an der Ybbs im Bezirk Amstetten hat den Zugbegleiter am Bahnhof Gaflenz im Bezirk Steyr-Land mit einem Baseballschläger bedroht. Er wollte den Mann einschüchtern. Dieser hatte zuvor eine Auseinandersetzung mit der schwarz fahrenden 17-jährigen Freundin des Angreifers gehabt. Das berichtete die Landespolizeidirektion Oberösterreich am Dienstag.

Die 17-Jährige und ihr 20-jähriger Bruder waren mit einem Regionalzug aus Amstetten heimgefahren. Im Bereich der Haltestelle Kröllendorf in Niederösterreich wurden die beiden von einem Zugbegleiter kontrolliert. Das Mädchen hatte keinen Fahrschein, deshalb kam es zu einer Auseinandersetzung. Der Zugbegleiter ging in sein Dienstabteil, die Schwarzfahrerin rief ihren 19-jährigen Freund an. Kurz vor Gaflenz gab es erneut Streit zwischen der 17-Jährigen und dem Schaffner.

Als der Zug in den Bahnhof einfuhr, wartete dort schon der 19-Jährige maskiert und mit einem Baseballschläger bewaffnet. Er betrat den Zug, beschimpfte den Eisenbahnmitarbeiter und schwang seinen Schläger in seine Richtung. Dann stiegen alle drei aus. Die Polizei in Weyer forschte den rabiaten jungen Mann rasch aus. Er wurde vorübergehend festgenommen, eine Anzeige folgt. (APA, 21.3.2017)

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