Nach sexistischem Bericht über Osteuropäerinnen: Rai-Talkshow eingestellt

21. März 2017, 09:29
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Rai-Generaldirektor: "Entschuldigungen genügen nicht"

Rom – Nach sexistischen Kommentare über osteuropäische Frauen, ist eine von Rai 1 gesendeten Talkshow "Parliamone... Sabato" ("Lasst uns reden... am Samstag") eingestellt worden. Dies teilte der Generaldirektor der öffentlich-rechtlichen TV-Anstalt, Antonio Campo Dall'Orto, mit. Zuvor hatte sich die Rai bereits bei den Zuschauern entschuldigt, die vehement das Programm kritisiert hatten.

"Enschuldigungen genügen nicht"

"Die Inhalte, die am vergangenen Samstag ausgestrahlt wurden, widersprechen unbestreitbar unserem Auftrag zum Dienst an der Öffentlichkeit sowie unserer redaktioneller Ausrichtung", so der Rai-Generaldirektor. Entschuldigungen allein genügten nicht, die Talkshow müsse eingestellt werden, so Campo Dall ´Orto. Die Moderatorin der Talkshow, Paola Perego, war wegen der Sendung scharf kritisiert worden.

In der Sendung waren am Samstagabend wie berichtet Gründe aufgelistet worden, warum osteuropäische Frauen bessere Freundinnen seien als italienische. Auf einem Plakat wurden mehrere Argumente aufgelistet: Osteuropäerinnen seien bereit, ihrem Mann die Führung in der Partnerschaft zu überlassen. Sie würden im Gegensatz zu Italienerinnen Untreue verzeihen, seien immer sexy und würden nachts nicht mit unerotischen Pyjamas schlafen.

Außerdem seien sie perfekte Hausfrauen und nie schlecht gelaunt. Auch nach Schwangerschaften seien sie immer fit. Die Talkshow befasste sich auch mit US-Präsidenten Donald Trump, der zwei Osteuropäerinnen geheiratet habe. Der Beitrag löste hitzige Proteste vor allem seitens von Zuschauerinnen aus. (APA, 21.3.2017)

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