Sieben von acht Patienten mit künstlichen Luftröhren gestorben

20. März 2017, 17:13
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Paolo Macchiarini wurde 2011 mit Verpflanzung von Luftröhren nach neuartiger Methode berühmt. Nun ermittelt die Polizei

Philadelphia/Stockholm – Vor sechs Jahren wurde Paolo Macchiarini noch gefeiert: Der italienische Chirurg, der am Karolinska-Institut in Stockholm tätig war, hatte erstmals Patienten eine künstliche Luftröhre eingesetzt, die von Stammzellen besiedelt werden sollte. Die Sensation, über die er auch im Fachblatt "The Lancet" verfälschend berichtete, entpuppte sich aber nach und nach als Alptraum für die Behandelten.

Nun starb die siebente von acht Personen, die von Macchiarini behandelt worden waren und den Eingriff letztlich nicht überlebten. Gegen Macchiarini, der vom Karolinska-Institut entlassen wurde, ermittelt die Polizei.

Die 26-jährige Yesim Cetir verstarb am Montag in einem Spital in der US-Metropole Philadelphia, wie ihr Vater auf Facebook mitteilte. Sie hatte sich 2012 und 2013 von Macchiarini künstliche Luftröhren einsetzen lassen und litt seitdem unter Komplikationen.

Künstliche Luftröhren

Macchiarini hatte zwischen 2011 und 2014 bei acht Patienten künstliche Luftröhren eingesetzt. Drei der Operationen fanden am Karolinska-Institut in Stockholm statt. Nur einer der Patienten überlebte – seine künstliche Luftröhre wurde 2014 in Russland wieder entfernt.

Yesim Cetirs Luftröhre war bei einer Operation in der Türkei beschädigt worden, bevor die Patientin sich der Operation in Stockholm unterzog. Später erhielt sie in den USA ein Spender-Organ. Macchiarini drückte in einer vom schwedischen Sender SVT veröffentlichten Erklärung sein Bedauern über Cetirs Tod aus. (APA, red, 20.3.2017)

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