"Bash. Stücke der letzten Tage": Hemmungslose Erklärungen

20. März 2017, 15:35
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Neil LaButes Stück im Durchhaus in Wien

Ein Versicherungsvertreter erstickt sein Baby, weil er sich so einen beruflichen Vorteil erhofft (Iphigenie). Eine Frau tötet ihren Sohn, um sich am Kindsvater zu rächen (Medea): Bash. Stücke der letzten Tage von US-Autor und Filmemacher Neil LaBute hat "den Ton einer schlechten Fernsehserie und den Inhalt einer griechischen Tragödie", sagte Peter Zadek treffend anlässlich seiner Wiener Inszenierung 2001.

Gewöhnliche Menschen gestehen in verstörenden Monologen Mordtaten. Es fordert Schauspieler maximal heraus, auf dem Grat zwischen lockerem Plauderton und tragischem Inhalt zu balancieren.

Regisseur Peter Gruber, Intendant der Nestroyspiele Schwechat, stellt für die beiden jungen Darsteller Lilian Jane Gartner und Eric Lingens Weichen parat. Er verzahnt zwei der Monologe ineinander, sodass der eine den anderen abzufedern hilft.

Dennoch bringen sich Gartner und Lingens – insbesondere im Teil nach der Pause – durch allzu affektiertes Gebaren um die Wirkung, die vom eigentlich entspannten Tonfall der Reden ausgeht. (afze, 20.3.2017)

Durchhaus, 1010 Wien, Werdertorgasse 17, Do-So, 19.30. Bis 2.4.

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