Papierindustrie gegen Holzverbrennung: "Rohstoff zu wertvoll"

20. März 2017, 13:26
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Eigenbedarf zu 90 Prozent selber gedeckt – Daneben 60.000 Haushalte versorgt – Zusätzliche Produkte als Konkurrenz zur Ölindustrie

Wien – Die Papierindustrie lobbyiert gegen die Verbrennung von Holz. Dazu sei der Rohstoff zu wertvoll. Die Papierindustrie erzeuge aus dem erneuerbaren Rohstoff neben der Nutzung für andere Produkte 1.600 Gigawattstunden Strom und decke den eigenen Energiebedarf zu 90 Prozent. In öffentliche Anlagen fließen 1.300 GWh Wärme und 220 GWh Strom. Damit könnten 60.000 Haushalte komplett versorgt werden.

Die Förderung der Holzverbrennung mittels Ökostromgesetz sei der falsche Weg, um die Emission von Treibhausgasen weiter zu reduzieren, meint die Papierindustrie, die unter steigenden Holzpreisen leidet. Die Papierindustrie stoße im Vergleich zu 1990 pro Tonne Papier 40 Prozent weniger CO2 aus und erzeuge nicht mehr nur Papier und Zellstoff, sondern auch andere Fasern und chemische Produkte. "Zellstofffabriken arbeiten heute als hocheffiziente Bioraffinerien", meint die Papierindustrie und trete mit seiner umweltschonenden Produktion auch in Konkurrenz zur Erdölindustrie. "Kunststoffe, die derzeit auf Erdöl basieren, können künftig eine Symbiose mit Stoffen aus Holz sein", schreibt Max Oberhumer, der Präsident des Branchenverbandes Austropapier, am Montag in einer Aussendung. (APA, 20.3.2017)

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