Reisewarnung Brasilien: Gelbfieber breitet sich aus

    20. März 2017, 09:36
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    Das von der Gelbfiebermücke Aedes aegypti verbreitete Virus grassiert in Brasilien – Bundesstaat Minas Gerais besonders betroffen

    Nach der Zika-Epidemie im Vorjahr breitet sich in Brasilien in diesem Jahr das tödliche Gelbfieber weiter aus. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums gab es bisher 137 Tote. Sieben Bundesstaaten sind betroffen. In Rio de Janeiro bilden sich lange Schlangen vor Gesundheitsstationen, die kostenlos gegen das Fieber impfen.

    Die Massenimpfungen sollen mit Hilfe von mehreren Millionen Impfdosen im ganzen Land ausgeweitet werden – am stärksten ist bisher der nördlich gelegene Bundesstaat Minas Gerais betroffen.

    Die Symptome der Erkrankung: Die Inkubationszeit zwischen Stich und Ausbruch kann zwischen drei und sechs Tagen dauern. Dann bekommen Infizierte hohes Fieber (zwischen 39 und 40 Grad Celsius) verbunden mit Kopfweh, Gliederschmerzen, Übelkeit und gelegentlich auch Nasenbluten. Dieser Zustand kann mehrere Tage anhalten. Mit dem Sinken des Fiebers beginnt der Genesungsprozess – sollte in dieser Phase das Fieber wieder ansteigen, kann es ein Hinweis auf eine ungünstige Verlaufsform sein.

    Statistik der WHO

    Gelbfieber tritt in tropischen Gebieten auf. In Südamerika sind besonders Bolivien, Brasilien, Ecuador, Kolumbien und Peru betroffen. Weltweit gibt es nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) jährlich bis zu 200.000 Erkrankungs- und 60.000 Sterbefälle, die meisten in Afrika.

    Schon seit langem steht eine Impfung zur Verfügung, die für zahlreiche Länder empfohlen oder vorgeschrieben ist. In den vergangenen Jahren hatte es kaum Gelbfieber-Fälle gegeben im fünftgrößten Land der Welt, das unter einer starken Ausbreitung der Gelbfiebermücke Aedes aegypti in feuchtheißen Sommermonaten leidet.

    Bis zu 1,5 Millionen Menschen steckten sich dagegen 2015/2016 mit dem ebenfalls von diesen Mücken übertragenen Zika-Virus an, das bei schwangeren Frauen schwere Schädelfehlbildungen (Microzephalie) beim Embryo verursachen kann. In diesem Jahr sind die Infektionszahlen nach Angaben der Regierung um rund 95 Prozent zurückgegangen. Dies könnte damit zusammenhängen, dass einmal Infizierte als immun gelten. (APA, 20.3.2017)

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