Das Darknet im "Tatort": Borowski fischt im dunklen Netz – Top oder Flop?

    Ansichtssache20. März 2017, 09:25
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    Axel Milberg ermittelt in Kiel zum letzten Mal mit seiner Partnerin Sibel Kekilli

    Wien/Kiel – In "Borowski und das dunkle Netz" wird Jürgen Sternow, der Leiter der Spezialabteilung Cybercrime des Landeskriminalamts in Kiel, Opfer eines Mordanschlags. Klaus Borowski (Axel Milberg) und Sarah Brandt (Sibel Kekilli) jagen einen Täter, der in keinerlei Beziehung zum Opfer steht und es mit allen Tricks versteht, sich im Darknet zu verbergen. Letzte "Tatort"-Klappe für Sibel Kekilli, die das Ermitteln satthat.

    foto: orf/ard/christine schroeder

    "Manchmal hat ein Tatort erschreckenden Bezug zur Realität. Gerade ist in Deutschland ein Neunjähriger ermordet worden, und Bilder davon waren im Darknet zu sehen – jenem dunklen Teil des Internets, von dem viele Bürger keine Ahnung haben. Auch am Sonntag taucht der 'Tatort' in diese Welt ein", schreibt Birgit Baumann im TV-Tagebuch des STANDARD.

    Ihr Resümee: "Drehbuchautor und Regisseur David Wnendt hat sich allerhand Bonbons wie Zeichentrick-Einspielungen, eine 'Madenfarm' und flotte Sprüche einfallen lassen, sodass man die Story und sogar die klischeehaften Computernerds gut ertragen kann."

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    foto: orf/ard/christine schroeder

    Bei "Spiegel Online" fällt die Kritik mit fünf von zehn Punkten nicht wirklich euphorisch aus: "Sibel Kekilli, die zum Schluss immer blasser an der Seite von Axel Milberg aussah, kriegt für ihre Abschiedsvorstellung beim Kieler Fernsehrevier noch mal einen großen Auftritt. Nützt aber nichts, das Thema Cybercrime wurde im 'Tatort' schon mal verbindlicher verhandelt."

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    foto: orf/ard/christine schroeder

    Matthias Dell von "Zeit Online" schreibt: "Das Tempo, mit dem er loslegt, kann der Film nicht halten. Nach einer Stunde wird dann eher konventionell Auflösung betrieben. Der diesmal Goatie tragende Boro – der, bittere Pointe, fast ein wenig überflüssig wirkt, da Sarah Brandt auch alle körperlichen Arbeiten erledigt – sagt: 'Irgendwas hab ich übersehen.' Und dann wird auf Bildern, die schon angeschaut wurden, zielstrebig die Lösung gefunden. Das ist das Touchieren der Latte, die schnell gemachte Rätsellösung. Dabei könnte ein Film, der sich so viele schöne Merkwürdigkeiten ausdenkt, doch ein wenig mehr Zeit in den Spannungsabfall investieren. Dass Kommissare, wenn es auf 21.45 Uhr zugeht, auf Bildern etwas entdecken, das sie vorher nicht sehen mussten, oder endlich die Kinderzeichnung richtig deuten, wirkt in diesem Fall fast etwas lieblos."

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    foto: orf/ard/christine schroeder

    Und wie hat Ihnen diese Folge gefallen? Top oder Flop? (red, 19.3.2017)

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