Genmanipulierte Astronauten für Kolonien auf dem Mars

Ansichtssache26. März 2017, 17:30
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illustr.: mars one

Genmanipulierte Mars-Astronauten?

"Auf zum Mars!" scheint momentan die Devise in der Raumfahrt zu lauten. An enthusiastischen Projekten mit dem Ziel, Menschen auf den Roten Planeten zu schaffen, mangelt es jedenfalls nicht. Elon Musk beispielsweise will das nach eigenen Angaben bis 2025 zuwege bringen. Die Nasa lässt sich dafür etwas mehr Zeit: 2033 soll es soweit sein. Dafür hat die US-Raumfahrtbehörde nun die ausdrückliche Unterstützung des Kongresses bekommen. Mars One wiederum, eine fragwürdige, als Spielshow konzipierte (Medien-)Initiative eines niederländischen Unternehmers, wollte bereits 2023 den ersten Menschen den Mars betreten lassen. Mittlerweile hat sich der Zeitplan um mehr als ein Jahrzehnt verschoben. Technisch wäre der Transport zum Mars wohl schon jetzt zu bewerkstelligen, doch ob der Mensch eine solche Reise und vor allem den Langzeitaufenthalt auf der Planetenoberfläche körperlich aushält, ist eine andere Frage. Konrad Szocik von der Rzeszów Universität in Polen sieht da jedenfalls vorerst keine Chance.

In seiner nun im Fachjournal "Space Policy" erschienenen Studie argumentiert er, dass weder jahrelange Marssimulationen auf der Erde noch Langzeitbesuche auf der ISS einen Astronauten auf die Strapazen und Gefahren eines Aufenthalts auf dem Mars vorbereiten können. Die tatsächlichen physischen und psychischen Effekte von Isolation, Strahlung, verringerte Schwerkraft und unberechenbare Wetterkapriolen, um nur einen Bruchteil zu nennen, lassen sich demnach heute kaum abschätzen. Eine Möglichkeit zur Überwindung dieser Hürden sieht Szocik in der gezielten genetischen Veränderungen von Menschen zur Anpassung an die geänderten Bedingungen. "Es könnte die einzige Chance für den Menschen sein, Monate oder gar Jahre auf einem Planeten zu überleben, für den wir evolutionär nicht geschaffen wurden", meint der Wissenschafter. Abgesehen von der Frage nach der bloßen Machbarkeit, sei die Manipulation des menschlichen Erbgutes in einem solchen Umfang auch ein bedeutendes ethisches Problem, räumt Szocik allerdings ein.

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