Sturgeon zu Brexit-Gegnern: Zieht nach Schottland!

    19. März 2017, 13:59
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    Unabhängigkeitsreferendum hätte laut Umfrage derzeit schlechte Erfolgsaussichten

    Aberdeen/London – Die schottische Regierungschefin Nicola Sturgeon hat britische Brexit-Gegner zu einem Umzug nach Schottland aufgerufen. "Kommt hierher, um zu leben, zu arbeiten, zu investieren oder zu studieren", sagte sie unter großem Beifall auf dem Frühlingsparteitag der Schottischen Nationalpartei (SNP) am Samstag in Aberdeen. An ihren Plänen für ein Unabhängigkeitsreferendum hält die 46-Jährige fest.

    Beim Austritt Großbritanniens aus der EU will Schottland im europäischen Binnenmarkt bleiben. Das lehnt die britische Premierministerin Theresa May ab.

    Sturgeon strebt ein neues Referendum über die Unabhängigkeit Schottlands an und will das Parlament in Edinburgh nächste Woche dafür um ein Mandat bitten. Das Unabhängigkeitsreferendum soll nach ihrem Willen zwischen Herbst 2018 und Frühjahr 2019 stattfinden – also noch vor dem Brexit, was May ebenfalls ablehnt.

    Neue Umfrage

    Das geplante Referendum hätte einer neuen Umfrage zufolge derzeit schlechte Erfolgsaussichten. 56 Prozent der Schotten würden für einen Verbleib ihres Landesteils im Vereinigten Königreich stimmen, wie eine Umfrage für die Zeitung "Sunday Times" ergab. Das ist sogar noch ein Prozentpunkt mehr als beim vorhergehenden Unabhängigkeitsreferendum von 2014. Für die Umfrage waren mehr als 1.000 Personen befragt worden.

    Der britische Expremierminister Gordon Brown heizte unterdessen mit einem als Kompromiss gemeinten Vorschlag den Streit an. Seine Idee: Schottland sollte weiterhin dem Vereinigten Königreich angehören und trotz Brexits eigene Verträge mit anderen Ländern der Europäischen Union abschließen dürfen. Schottland müsse die Kontrolle etwa über Landwirtschaft und Fischerei bekommen, sagte der Labour-Politiker.

    Erhebliche Handelsrisiken

    Die Trennung vom Vereinigten Königreich wäre ein zu großes Risiko für den Arbeitsmarkt und Handel. "65 Prozent unseres Handels ist mit dem Rest von Großbritannien – und nur 15 Prozent mit der Europäischen Union", sagte Brown am Samstag bei einer Veranstaltung in Kirkcaldy bei Edinburgh. Der Schotte war von 2007 bis 2010 britischer Premierminister.

    Der Vizechef der Schottischen Nationalpartei, Angus Robertson, wies diesen Vorschlag umgehend zurück. Er nehme die Äußerungen nicht ernst. "Die Labour-Partei ist derzeit noch nicht einmal in der Lage, eine Pizza zu liefern", sagte er dem Nachrichtensender BBC.

    Schottland votierte beim EU-Referendum im Juni 2016 für den Verbleib in der Europäischen Union – anders als das Vereinigte Königreich insgesamt. (APA, 19.3.2017)

    • Die schottische Regierungschefin am Sonntag auf dem SNP-Parteitag.
      foto: apa/afp/michal wachucik

      Die schottische Regierungschefin am Sonntag auf dem SNP-Parteitag.

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