Airport Salzburg sucht Generalunternehmer für Pistensanierung

19. März 2017, 13:26
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Die Arbeiten sollen zwischen Ostern und Pfingsten 2019 stattfinden, der Flughafen bleibt für fünf Wochen gesperrt

St. Johann/Pongau – Der Airport Salzburg wird in den nächsten Wochen die Sanierung der Flughafenpiste ausschreiben, die 2019 erfolgen soll. Gesucht wird ein Generalunternehmer, der die Arbeiten in kürzester Zeit erledigen kann, um die Unannehmlichkeiten für Touristen und Geschäftsreisende sowie die Umsatzeinbußen möglichst gering zu halten. Der Zuschlag für das Projekt soll noch diesen Sommer erfolgen, um spätestens Anfang Oktober die betroffenen Airlines zu informieren, damit diese entsprechend planen können. Das sagte der stellvertretende Chef des Salzburg Airports, Rudolf Lipold, bei einem Tourismusseminar des Fachverbands Tourismus- und Freizeitwirtschaft in der Wirtschaftskammer Österreich am Wochenende in St. Johann/Pongau.

Baubeginn April 2019

Während der Sanierung bleibt der Flughafen Salzburg geschlossen. Die Arbeiten sollen übernächstes Jahr zwischen Ostern und Pfingsten stattfinden; die genaue Zeitspanne für die fünfwöchige Sperre im April und Mai 2019 soll nach Auswahl des Generalunternehmers spätestens im Herbst kommuniziert werden, sagte Lipold. Die Kosten für die Sanierung belaufen sich auf 40 Millionen Euro, der Umsatzentgang des Airports aufgrund der Sperre wird auf rund fünf Millionen Euro geschätzt. "Das ist die aufkommensschwächste Zeit, deshalb halten sich die Ausfälle in Grenzen," sagte Lipold.

Statt einer Sanierung bei laufendem Betrieb der 1960 in Betrieb genommenen Piste habe man sich für eine Totalsperre entschieden. Die Arbeiten, die bei Aufrechterhaltung des Flugbetriebs nur während der Nachtstunden durchgeführt werden könnten, hätten rund zwei Jahre in Anspruch genommen und wären aufgrund fälliger Nachtzuschläge auch um einiges teurer gekommen. Auch die Fluggesellschaften hätten mehrheitlich einer Sperre zugestimmt, sofern sie 18 Monate im Voraus über den exakten Zeitpunkt informiert würden, sagte Lipold.

Verlagerung nach München und Linz

Während der Sperre, von der auch die diversen Pächter am Airport Salzburg betroffen sind, sollen Flugpassagiere mit Bussen nach München oder Linz gebracht werden. Am Konzept wird noch getüftelt.

Die Sanierung der 2750 Meter langen Piste sei dringend notwendig, sagte Lipold. Zuletzt seien die Kosten für akute Ausbesserungen an der Betondecke auf 500.000 Euro pro Jahr gestiegen. An Stelle von Beton wird bei der Erneuerung der Piste Asphalt eingesetzt.

Der Airport Salzburg ist mit zuletzt 1,74 Millionen Passagieren (minus fünf Prozent) der größte Regionalflughafen Österreichs und der zweitgrößte im Alpenbogen nach Genf. Der Rückgang war bedingt insbesondere durch Ausfälle von Charterflügen in die Türkei und nach Ägypten. Große Chancen sieht Lipold durch die Stationierung einer Eurowings-Maschine in Salzburg und die Zusage der Lufthansa, Muttergesellschaft des Billigcarriers und der AUA, bei guter Entwicklung eine zweite Maschine fix nach Salzburg zu stellen. Ab dem Sommerflugplan gibt es damit neue Flugverbindungen unter anderem nach Olbia aus Sardinien, Dubrovnik und Split in Kroatien, Thessaloniki in Griechenland und Palma de Mallorca.

Als größte Herausforderung für den Flughafen Salzburg sieht Lipold die Veränderungen in der Luftfahrtbranche, wo die Konsolidierung sicher weitergehe. So ist zum Beispiel das Schicksal von Air Berlin und Niki, die mit einem Anteil von zusammen gut 40 Prozent am Passagieraufkommen in Salzburg derzeit die Nummer eins vor AUA und EasyJet sind, völlig ungewiss.

Suche nach neuem Direktor

Ungewiss ist auch noch, wer auf den langjährigen Flughafendirektor Roland Herrmann folgt, der im Dezember in Pension geht. Die Bewerbungsfrist für seine Nachfolge läuft noch bis 14. April. "Wir hoffen, dass uns Herrmann in beratender Funktion weiter zur Verfügung stehen wird," sagte Lipold. Der Flughafen gehört zu 75 Prozent dem Land und zu 25 Prozent der Stadt Salzburg. Der Umsatz lag 2015 bei 62,5 Millionen Euro, das Betriebsergebnis (Bot) bei 6,7 Millionen Euro. Vier Millionen Euro wurden als Dividende ausgeschüttet. Die Zahlen für 2016 liegen noch nicht vor. (Günther Strobl, 19.3.2017)

Die Teilnahme am Tourismusseminar erfolgte auf Einladung des Fachverbands Tourismus- und Freizeitwirtschaft in der Wirtschaftskammer Österreich.

  • 2014 bekam der Flughafen Salzburg einen neuen Tower. Hier zu sehen das Rollfeld, vom Kontrollturm aus gesehen.
    foto: apa/barbara gindl

    2014 bekam der Flughafen Salzburg einen neuen Tower. Hier zu sehen das Rollfeld, vom Kontrollturm aus gesehen.

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