Schlusslicht Ried bezwingt den Tabellenzweiten Altach

18. März 2017, 20:33
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Innviertler verkürzen Rückstand zum Neunten Mattersburg auf einen Zähler

Ried – Die SV Ried hat unter ihrem neuen Trainer Lassad Chabbi erstmals angeschrieben. Am Samstag bezwang das Schlusslicht der Fußball-Bundesliga nach ansprechender Leistung den Tabellenzweiten Altach mit 2:0 (1:0) und verkürzte den Abstand zum Neunten Mattersburg auf einen Zähler. Altach zeigte wieder sein trauriges Auswärtsgesicht.

Die Oberösterreicher verdienten sich ihren siebenten Saisonsieg redlich, lagen in allen wesentlichen Statistiken voran. Patrick Möschl (34.) und der noch in der ersten Hälfte eingewechselte Mathias Honsak (57.) sorgten für den ersten vollen Erfolg nach sieben sieglosen Partien oder seit dem 3. Dezember 2016 (2:1 gegen Mattersburg).

Bei Altach fand die Berg- und Talfahrt in der Rückrunde eine Fortsetzung. Die Vorarlberger könnten sich am Sonntag gezwungen sehen, ihren zweiten Platz an die Austria abtreten zu müssen. Dafür müssten die Wiener allerdings drei Punkte von Tabellenführer Salzburg entführen.

Ried übernahm bei unwirtlichen Bedingungen relativ bald das Kommando. Stefan Nutz (16.) prüfte Martin Kobras, der für den am Hüftbeuger verletzten ÖFB-Teamgoalie Andreas Lukse im Tor stand, mit einem Schuss von außerhalb des Sechzehners. Und Nutz (21.) war es auch, der kurz darauf von der linken Seite das lange Eck knapp verfehlte. Der Ball streifte sogar noch die äußere Stange.

Von Altach war immer weniger zu sehen, die Vorarlberger zeigten sich zudem in der Defensive anfällig. Nach einer halben Stunde bekam Ried einen Freistoß zugesprochen, die Flanke von Nutz in den Strafraum gelangte zu Clemens Walch, der sofort abzog. Im Strafraum gab Möschl der Kugel mit der Ferse die entscheidende Berührung – Kobras war das erste Mal geschlagen.

Die Innviertler blieben auch in der zweiten Spielhälfte am Drücker. Erst schoss Orhan Ademi (56.) alleine vor Torhüter Kobras noch daneben, doch nach einem Vorstoß von Florian Hart über die rechte Seite musste der für den verletzt ausgeschiedenen Walch eingetauschte Honsak den Ball nur noch einschieben.

Altach kam zu spät auf. Jan Zwischenbrugger (64.) setzte auf der anderen Seite einen Kopfball knapp neben das Tor. Kapitän Thomas Gebauer, der sein 300. Bundesliga-Spiel bestritt und deswegen vor der Partie vom Verein geehrt wurde, musste nicht eingreifen und hielt auch später seinen Kasten sauber. (APA, 18.3.2017)

SV Ried – SCR Altach 2:0 (1:0).
Ried, Keine Sorgen Arena, 3.081 Zuschauer, SR Harkam

Tore:
1:0 (34.) Möschl
2:0 (57.) Honsak

Ried: Gebauer – Hart, Reifeltshammer, Özdemir, Marcos – Ziegl, Zulj – Walch (40. Honsak), S. Nutz (78. Elsneg), Möschl (70. Brandner) – Ademi

Altach: Kobras – Zech, Netzer, Zwischenbrugger – Sakic (60. Dovedan), Salomon, Jäger, Müller (72. Zivotic), Schreiner – Ngamaleu, Aigner (60. Harrer)

Gelbe Karten: Ademi, Özdemir bzw. Sakic, Jäger, Schreiner, Dovedan

Stimmen

Lassad Chabbi (Ried-Trainer): "Wir haben das Spiel dominiert. Es ist aber wichtig, dass wir auf dem Boden bleiben. Wir waren mit Sicherheit die bessere Mannschaft. Ich bin Vorarlberger und kenne die Spieler sehr gut, das war vielleicht ein Vorteil für uns. Wir hatten heute Geduld, wir wollten nicht zu offensiv spielen. Ich habe verlangt, dass die Spieler die Nerven nicht verlieren. Wir haben 90 Minuten lang gut gespielt und die nötige Aggressivität gezeigt. In der Liga geht es sehr schnell, es sind noch zehn Spiele. Die Mannschaft, die konstant spielt und die Nerven behält, wird oben bleiben. Es spielt sich sehr viel im Kopf der Spieler ab. Ich habe den Spielern gesagt, sie dürfen Fehler machen und müssen nach vorne schauen. Es hat keinen Sinn, wenn man einen Spieler nach einem schlechten Spiel auf die Bank setzt."

Martin Scherb (Altach-Trainer): "Unabhängig von den Statistiken, Ried hat heute verdient gewonnen. Meine Mannschaft war vor allem in der ersten Hälfte sehr enttäuschend. Die Lethargie und Passivität ist mir unerklärlich. Wir (die Trainer) haben die ganze Woche vor Ried gewarnt, das ist offenbar nicht auf fruchtbaren Boden gefallen. Auf lange Sicht ist es für uns nicht möglich, die (verletzt) fehlenden Spieler zu ersetzen. Ich habe gewusst, wenn wir im Frühjahr ähnlich punkten wollen wie im Herbst, dann dürfen nicht mehr viele Spieler ausfallen. Durch die gute Leistungen sind auch einige Spieler in den Fokus anderer Vereine geraten, dadurch fehlen manchmal die letzten fünf Prozent, das stört natürlich auch. Ich bin froh, dass wir nicht im Abstiegskampf sind, im Frühjahr sind bis auf Salzburg alle auf Augenhöhe."

Thomas Gebauer (Ried-Kapitän und -Tormann): "Es ist ein sehr schönes Gefühl, wieder einmal zu gewinnen. Aber es war nur der Anfang, wir haben noch nichts erreicht. Wir müssen hart arbeiten und Treffer machen. Jedes Erfolgserlebnis ist gut, wir wissen jetzt, dass wir mit jedem Gegner mithalten können. Mit diesem Selbstvertrauen gehen wir in die nächsten Spiele, für uns gibt es nur noch Endspiele."

Patrick Möschl (Ried-Torschütze zum 1:0): "Wir fahren jetzt (in zwei Wochen) mit Selbstvertrauen nach Mattersburg und wollen dort die drei Punkte holen." Zum Tor: "Beim Schuss von Walch habe ich die Ferse instinktiv hingehalten."

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