Rapid kann auch gegen Mattersburg nicht gewinnen

Video18. März 2017, 18:01
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Hütteldorfer auch bei Remis daheim gegen Burgenländer harmlos – Atanga traf nach 25 Sekunden für die Gäste, Kvilitaia glich aus – Canadi: "Arrogante Pässe ärgern mich"

Wien – Rapid bleibt im Jahr 2017 in der Fußball-Bundesliga ohne Erfolgserlebnis. Die Hütteldorfer mussten sich am Samstag zum Auftakt der 26. Runde gegen den SV Mattersburg mit einem 1:1 (1:1)-Remis zufriedengeben. Es war bereits die siebente Bundesliga-Partie in Folge ohne Sieg für die bemühte, aber erneut glücklose Rapid-Mannschaft, die im eigenen Stadion bereits nach 25 Sekunden in Rückstand geriet. Die Hütteldorfer sind nach dem 1:0 des WAC gegen St. Pölten hinter den Wolfsbergern nur noch Siebente.

David Atanga schockte die 19.600 Zuschauer im Allianz Stadion mit dem schnellsten Tor in der laufenden Bundesliga-Saison. Mit seinem fünften Treffer in der laufenden Spielzeit gelang Rapid-Stürmer Giorgi Kvilitaia in der Nachspielzeit der ersten Hälfte der Ausgleich. Nach der Pause wurden die Hausherren für den großen Aufwand wieder nicht belohnt, für die neuntplatzierten Mattersburger ging der Matchplan von Trainer Gerald Baumgartner indes auf.

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Der Blick auf die grün-weiße Aufstellung kurz vor Spielbeginn hatte eine Überraschung offenbart, da Steffen Hofmann zu seinem ersten Einsatz von Anfang an seit dem 2. Oktober 2016 (2:4 in Ried) kam. Unter Trainer Damir Canadi begann der mittlerweile 36-jährige Publikumsliebling damit erstmals. Louis Schaub saß nach einem Hexenschuss vorerst auf der Bank.

Bei den Gästen lief Stefan Maierhofer quasi "auf eigene Gefahr" mit einer Gesichtsmaske auf. Die Ärzte hatten dem Ex-Rapidler, der sich vor knapp zwei Wochen das Jochbein gebrochen hatte, von einem Einsatz tendenziell eher abgeraten, hieß es aus dem Mattersburger Umfeld. Aber der "Major" ist halt einer der Härtesten unter der Sonne.

Ausgerechnet der reaktivierte Kapitän Hofmann leistete sich sofort nach dem Anpfiff einen fatalen Ballverlust. Thorsten Röcher schickte David Atanga in den Freiraum auf der linken Seite, der ließ Maximilian Hofmann mit einem Haken aussteigen und Tobias Knoflach aus kurzer Distanz keine Chance. Die 25 Sekunden Spielzeit, die Atanga für seinen ersten Bundesliga-Volltreffer benötigte, waren von dem Rekord von Ex-Salzburger Patrick Jezek im Jahr 2007 übrigens stolze 15 Sekunden entfernt.

In der Folge entwickelte sich eine enge, durchaus hart geführte Partie. Rapid war wie in den vergangenen Spielen öfter als der Gegner im Ballbesitz, fand aber kein Mittel gegen die konzentrierte Burgenländer Defensive. Mattersburg verlegte sich auf Konterattacken, präsentierte sich aber nicht mehr so clever wie in der ersten Minute. Maierhofer zeigte mit einer deftigen Attacke gegen Steffen Hofmann samt anschließendem Wortwechsel Präsenz, sah dafür auch die Gelbe Karte.

Wieder kein Feuerwerk

Echte Chancen suchte man bei Rapid vergeblich. Christopher Dibon (10.) köpfelte nach Hofmann-Freistoß genau auf SVM-Goalie Markus Kuster, der wenig später einen Freistoß von Stefan Schwab (13.) parierte. Ein Kopfball-Treffer von Mario Sonnleitner (21.) wurde wegen Abseitsstellung aberkannt. Nach Flanke von Thomas Schrammel setzte sich unmittelbar vor dem Pausenpfiff aber Kvilitaia (45.+2) in der Mitte gegen Cesar Ortiz durch. Kuster war gegen seinen wuchtigen Kopfball machtlos.

Nach dem Seitenwechsel erhöhte Rapid mit dem eingewechselten Schaub die Schlagzahl. Hofmann (62.) wäre nach einem Schwab-Zuspiel im Strafraum frei zum Ball gekommen, hätte Jano nicht dazwischengefunkt. Noch besser war die Gelegenheit von Schaub in der 67. Minute, dabei machte Kuster aber den Winkel geschickt zu. Hofmann verließ in der 73. Minute ebenso wie "Maskenmann" Maierhofer das Spielfeld.

Kurz vor Schluss wurde es im Gäste-Strafraum noch einmal brenzlig: Zunächst schoss Mario Pavelic Kuster an, ein Stanglpass von des eingewechselten Tamas Szanto ging an Freund und Feind vorbei, Matej Jelic war knapp dran. Als Kuster ganz am Schluss eine Flanke ausließ, traf Kvilitaia aus wenigen Metern nur den auf der Linie stehenden Thorsten Mahrer. (APA, red, 18.3.2017)

Bundesliga, 26. Runde:

SK Rapid Wien – SV Mattersburg 1:1 (1:1).
Wien, Allianz Stadion, 19.600, SR Eisner

Tore: 0:1 ( 1.) Atanga, 1:1 (45.+2) Kvilitaia

Rapid: Knoflach – Schößwendter (61. Szanto), Sonnleitner, M. Hofmann – Pavelic, Dibon, Schwab, Schrammel – S. Hofmann (73. Jelic), Kvilitaia, Traustason (46. Schaub)

Mattersburg: Kuster – Höller, Malic, Ortiz, Rath – Erhardt, Jano – Fran (65. Farkas), Atanga, Röcher (78. Pink) – Maierhofer (74. Mahrer)

Gelbe Karten: Kvilitaia, S. Hofmann bzw. Maierhofer, Röcher, Höller

Stimmen

Damir Canadi (Rapid-Trainer): "Es ist sehr ärgerlich, wenn man sich viel vornimmt und einen Spielplan zurechtlegt, der nach 30 Sekunden kippt und man dann viel Energie reinlegen muss, um das Spiel zu drehen. Wir sind dann aber zurückgekommen und haben verdient den Ausgleich erzielt. Am meisten ärgert mich, dass wir den letzten Ball nicht konsequent reinspielen und oft arrogante Pässe spielen. Wir haben sicher viel Potenzial nach oben."

Gerald Baumgartner (Mattersburg-Trainer): "In unserer Situation ist dieser Punkt extrem wichtig. Wir hatten auch das nötige Spielglück. Maierhofer hat Rapid bei seinem Transfer viel Geld gebracht und viele Tore für Rapid geschossen, ich hätte erwartet, dass ihm die Fans ein bischen mehr Respekt zollen, aber solche Rufe bauen ihn auf. Atanga hat heute sicher sein bestes Spiel für uns gemacht. Die Burschen haben fantastisch gefightet, des Unentschieden ist fast wie ein Sieg."

Stefan Maierhofer (Mattersburg-Stürmer): "Wir haben den Punkt verdient. Wenn wir den einen oder anderen Konter besser gefahren wären, hätten wir auch gewinnen können." Zu den Schmährufen von Rapid-Fans: "Da stehe ich drüber."

  • Nicht verwunderlich: Kampf, Krampf, und wieder keine drei Punkte für Mario Pavelic (l.) und Rapid.
    foto: apa/hochmuth

    Nicht verwunderlich: Kampf, Krampf, und wieder keine drei Punkte für Mario Pavelic (l.) und Rapid.

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