Ex-Premier Brown will Streit über schottische Unabhängigkeit lösen

18. März 2017, 14:22
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Labour-Politiker präsentiert "dritte Option"

Edinburgh/London – Der frühere britische Premierminister Gordon Brown hat im Streit über ein neues schottisches Unabhängigkeitsreferendum einen Kompromiss vorgeschlagen. Schottland soll demnach weiterhin dem Vereinigten Königreich angehören und trotz Brexits eigene Verträge mit anderen Ländern der Europäischen Union abschließen dürfen.

Schottland müsse die Kontrolle etwa über Steuern, Landwirtschaft und Fischerei bekommen, zitierten britische Medien am Samstag aus einem Redemanuskript des Labour-Politikers. Er wollte seine "dritte Option" im Streit zwischen der britischen und der schottischen Regierung auf einer Veranstaltung in Kirkcaldy nahe Edinburgh präsentieren. Brown ist Schotte und war von 2007 bis 2010 britischer Premierminister.

Der Vize-Chef der Schottischen Nationalpartei (SNP), Angus Robertson, nimmt diesen Vorschlag nicht ernst: "Die Labour-Partei ist derzeit noch nicht einmal in der Lage, eine Pizza zu liefern", sagte er dem britischen Nachrichtensender BBC.

Beim Austritt Großbritanniens aus der EU (Brexit) will Schottland im europäischen Binnenmarkt bleiben. Das lehnt die britische Premierministerin Theresa May ab.

Die schottische Regierungschefin Nicola Sturgeon strebt ein Unabhängigkeitsreferendum an. Dafür will sie das Parlament in Edinburgh nächste Woche um ein Mandat bitten. Nach dem Willen Sturgeons soll das Referendum zwischen Herbst 2018 und Frühjahr 2019 stattfinden – also noch vor dem Brexit.

Die Politikerin wollte am Samstagnachmittag auf dem Frühjahrstreffen der SNP in Aberdeen sprechen. Schottland votierte beim EU-Referendum im Juni 2016 für den Verbleib in der EU – im Gegensatz zu England und Wales. (APA, 18.3.2017)

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