Zu Hause im ehemaligen Futtersilo

Ansichtssache16. April 2017, 13:00
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Kreativ ist das Heim von Jan Körbes. Der Architekt hat sich sein Zuhause in einem ehemaligen Silo eingerichtet, verwendet hat er dafür fast ausschließlich Materialien aus zweiter Hand

foto: refunc.nl

13 Quadratmeter groß ist das Zuhause von Jan Körbes. Doch dass es klein ist, ist bei weitem nicht die Sensation an dieser Wohnung. Denn, so unglaublich sich das auch anhört, Körbes wohnt in einem ehemaligen Futtersilo.

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Umgebaut hat er sein Zuhause selbst, denn Körbes ist Architekt und Mitglied des niederländischen Designkollektivs Refunc. Sein größtes Ziel beim Bau: Möglichst viele recycelte und wiederverwendbare Materialien verwenden.

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Und es ist ihm gelungen, denn 70 Prozent der verwendeten Baustoffe – Holz, Fenster, die Wassertanks, die Möbel, etc. haben im Silo eine zweite Verwendung gefunden.

Der hier im Bild zu sehende Esstisch ist besonders originell. Er ist nämlich Tisch und ein Teil des Bodens zugleich. Eine eingelassene Badewanne bildet den Fußraum, gesessen wird direkt auf dem Boden.

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Vom Küchen und Wohnbereich gelangt man über Klettergriffe in die obere Etage, auf der sich der Schlafraum befindet.

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Einen klaren Plan hatte der Körbes dabei nicht – mit den gefundenen oder geschenkten Materialien kamen auch die Ideen für ihre Anwendung. Kühlschrankeinsätze dienen etwa als Regale, die Glaskuppel auf dem Dach gehörte früher einer insolventen Kunststofffirma.

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"Verschiedene einfache aber logische technische Systeme ermöglichendem Silo fast unabhängig von der Zivilisation zu funktionieren, wie zum Beispiel die Dusche, die mit zirkulierendem Grauwasser arbeitet", erklärt Körbes seine Intention.

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Und tatsächlich kann das Haus völlig unabhängig vom öffentlichen Netz bewohnt werden. Es gibt Solarzellen, ein Regenwasser-Auffangsystem,

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Gemeinsam mit seiner Tochter ist Körbes in das Haus gezogen, um die "normale Art des Wohnens" von einer anderen Perspektive zu betrachten, wie er selbst sagt.

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Auch einen Umzug hat das Haus schon hinter sich, errichtet in den Niederlanden, ist es im Jahr 2013 nach Berlin umgezogen. Körbes versteht sein Projekt auch als "Mobile Home".

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Er will vor allem zum Nachdenken über die "allgemeine Dynamik in Wohnungsbau und öffentlichem Raum" anregen und die Menschen dazu einladen, "die andere Seite der Mobilität und Architektur zu erleben". Dem Kollektiv geht es um einen "neuen logischen Umgang mit Ressourcen". (bere, 16.4.2017)

Weitere Informationen:

Designkollektiv Refunc

Weiterlesen:

Weniger Quadratmeter: Neue Ideen für Wohnen auf kleinem Raum

Niederlande: Flexibles Haus aus Pappe

Brasilien: Kleines Haus, große Aussicht

Argentinien: Ein Betonhaus im Wald

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