Google will härter gegen Hass und "Fake News" vorgehen

17. März 2017, 12:17
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IT-Riese erlässt neue Richtlinien für seine Prüfer – problematischen Seiten droht Abwertung

Die Präsidentschaftswahl in den USA und auch Urnengänge in anderen Ländern haben eine rege Diskussion über Hasspostings und Falschmeldungen entfacht. Dabei sind auch Unternehmen wie Facebook und Google in die Kritik geraten, da deren Dienste direkt oder indirekt zur Verbreitung derlei problematischer Inhalte genutzt werden. Seitens der Politik ist der Druck auf die IT-Konzerne deutlich erhöht worden.

Google verstärkt nun sein Vorgehen gegen Hassbotschaften und will auch "Fake News" eindämmen, berichtet das Blog Search Engine Round Table. Die Verwendung des letzten Begriffes vermeidet Google allerdings absichtlich, da man ihn für zu unklar hält.

Neue Prüfrichtlinien

Vor kurzem hat man nun neue Richtlinien veröffentlicht, nach denen die über 10.000 unabhängigen Prüfer Webseiten und Suchergebnisse untersuchen. Diese können Seiten mit zwei neuen Kategorien kennzeichnen. "Porn" steht dabei übergriffend für sexuell explizite Inhalte, "Upsetting-Offensive" ("verletzend-beleidigend") deckt einerseits Hassbotschaften, aber auch Falschnachrichten ab.

Zum Umgang mit den neuen Kriterien gibt das 160 Seiten starke Dokument (PDF) zu den Richtlinien konkrete Beispiele an die Hand, dokumentiert Heise. Die Website "Die Top-10-Gründe, warum der Holocaust nie stattgefunden hat" müsse etwa als "Upsetting-Offensive" markiert werden.

Hass-Seiten und Falschmeldungen werden abgewertet

Die Einstufungen sollen nachhaltige Auswirkungen auf die Suchergebnisse haben. Seiten, die als beleidigend erkannt werden, erhalten eine Abwertung im Ranking in den Suchergebnissen. Sie tauchen also erst später in der Reihung auf. Gänzlich ausgeblendet werden sie jedoch nicht. Google will das Auffinden der Seiten auch deswegen nicht verhindern, weil Nutzer aus verschiedenen Gründen mitunter gezielt nach Falschinformationen suchen.

Im Moment seien die Auswirkungen dieser Maßnahme noch beschränkt und viele Suchanfragen liefern immer noch Ergebnisse fragwürdigen Inhalts an prominenten Positionen, so Search Engine Round Table. Auch Google betont, dass das System noch Aufholbedarf habe. Man geht allerdings davon aus, dass der eigene Algorithmus durch den neuen Input der Prüfer langfristig besser werden wird. (red, 17.03.2017)

  • Mit neuen Prüfkriterien will Google die Sichtbarkeit und Hass und Falschnachrichten vermindern.
    foto: reuters

    Mit neuen Prüfkriterien will Google die Sichtbarkeit und Hass und Falschnachrichten vermindern.

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