Guetzli: Google macht JPEG-Bilder um ein Drittel kleiner

    17. März 2017, 10:34
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    Benötigt dafür aber mehr Ressourcen – Als Open Source freigegeben

    Bilder machen einen bedeuten Teil des Datenverbrauchs einer Webseite aus. Eine entsprechend hohe Relevanz kommt insofern deren Kompression zu, je kleiner die Dateien, desto schneller lädt die Seite auch auf den Smartphones und Computern der Nutzer. Das bis dato meistgenutzte Format ist dabei JPEG, und genau für dieses verspricht Google nun massive Einsparungen.

    Vergleiche

    Unter dem Namen Guetzli hat Google einen neuen JPEG-Encoder als Open Source veröffentlicht. Dieser soll im Schnitt 20 bis 30 Prozent kleinere Dateien erstellen als die verbreitete libjpeg, in manchen Fällen sollen sich sogar 35 Prozent Einsparung erreichen lassen – all dies ohne sichtbaren Qualitätsverlust.

    Möglich wird dies dadurch, da Guetzli ein besseres und näher an der menschlichen Wahrnehmung orientiertes Modell zur Quantisierung verwendet. Dieser Schritt in der Erstellung von JPEG-Dateien, ist für die Balance zwischen Qualität und Dateigröße zuständig, er entscheidet also, welche Details mit einem möglichst wenig wahrnehmbaren Qualitätsverlust weggelassen werden können.

    foto: google
    Im Detail zeigen sich die Unterschiede: Das selbe Bild unkomprimiert (links), mit libjpeg erstellt (mitte) und mit Guetzli (rechts). Bei gleicher Dateigröße liefert Guetzli dabei deutlich weniger Artefakte als die Kompression von libjpeg.

    Ressourcen

    Ein Nachteil von Guetzli ist, dass der neue Encoder deutlich mehr Ressourcen benötigt als andere Ansätze. Ein wirkliches Hindernis zu Verbreitung der Software sollte dies aber nicht darstellen. Immerhin ist Guetzli vor allem für den Einsatz direkt bei Webseitenbetreibern gedacht, und hier ist der zusätzliche Aufwand zu vernachlässigen, immerhin müssen alle Bilder nur einmal komprimiert werden.

    Google geht davon aus, dass Guetzli – beziehungsweise die dort genutzten Konzepte – künftig auch für die Videokomprimierung zum Einsatz kommen werden. Schließlich würde gerade das Streaming von einem reduzierten Datenverbrauch ohne sichtbaren Qualitätsverlust profitieren.

    Source Code

    Guetzli steht allen Interessierten auf Github zur Verfügung. Zwar ist der Source Code genau genommen bereits seit einigen Monaten erhältlich, dies wurde aber nur wenig bekanntgemacht. Nun folgte also die offizielle Ankündigung. (apo, 17.3.2017)

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