Kampf gegen "Blasphemie": Facebook schickt Team nach Pakistan

17. März 2017, 09:53
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Die pakistanischen Behörden wollen "blasphemische" Inhalte in sozialen Medien verbannen – laut Kritikern aber Opposition schwächen

Facebook hat laut Angaben des pakistanischen Innenministeriums zugestimmt, mit der dortigen Regierung über "blasphemische Inhalte" auf seiner Plattform zu diskutieren. Der IT-Konzern soll bald ein Team nach Pakistan schicken. Zuvor hatte sich Premierminister Nawaz Sharif auf Twitter über derartige Inhalte in sozialen Medien beschwert und diese ein "unentschuldbares Vergehen" genannt. Wie die BBC analysiert, könnte die harte Gangart aber vor allem auf politische Gegner der Regierung abzielen.

Heftige Kritik

Bürgerrechtsorganisationen sollen die Forderungen äußerst skeptisch beäugen. Sie kritisierten Facebook, das "mit den Behörden arbeitet, um Inhalte zu zensieren." Tatsächlich gab Facebook an, Informationen "gemäß geltender Rechtslage und Nutzungsbedingungen" an Regierungen weiterzuleiten.

Die Causa zeigt durchaus, in welchem Dilemma Facebook steckt. Hält sich der Konzern in jedem Land an die jeweils geltenden Gesetze – was etwa in Österreich wegen Hasspostings gefordert wird – , muss er teils auch Aktionen durchführen, die von Menschenrechtsorganisationen kritisiert werden. Facebook war in Pakistan etwa 2010 gesperrt worden, weil eine Facebook-Page Bilder des Propheten Mohammed verbreitete. (red, 17.3.2017)

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BBC

  • Pakistanische Frauen bei einer Demonstration gegen soziale Netzwerke in Islamabad 2010
    foto: ap/bangash

    Pakistanische Frauen bei einer Demonstration gegen soziale Netzwerke in Islamabad 2010

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