Russische Raiffeisen-Tochter möchte Separatistenpässe akzeptieren

16. März 2017, 17:05
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RBI-Zentrale will "rechtliche und regulatorische Situation klären"

Moskau – Die russische Tochter der Raiffeisen Bank International (RBI) will künftig auch Kunden akzeptieren, die Pässe der Separatistengebiete in der Ukraine besitzen. Die Entscheidung sei nach Beratungen mit der russischen Notenbank getroffen worden, sagte Bankchef Sergej Monin laut Reuters am Donnerstag. Der Kreml hatte die Separatistenpässe im Februar unter internationalen Protesten anerkannt.

Monin schränkte ein, dass die Entscheidung die Zustimmung der Mutterbank in Wien erfordern könnte. Aus der RBI-Zentrale in Wien hieß es am Donnerstagnachmittag auf APA-Anfrage, man sei dabei, "die rechtliche und regulatorische Situation zu klären". "Wir agieren in Übereinstimmung mit internationalen Standards der Kundenidentifikation und im Rahmen der jeweils anwendbaren lokalen Regelungen und Gesetze", teilte ein RBI-Sprecher mit. Der russische RBI-Chef sagte, dass die Bank "im Prinzip" Kunden aus Donezk und Luhansk akzeptieren wolle.

Der Konflikt um die Ostukraine hatte sich in den vergangenen Wochen deutlich zugespitzt. Die Ukraine beschloss am Mittwoch eine totale Warenblockade über den Donbass, nachdem die Separatisten alle ukrainischen Unternehmen in ihrem Einflussbereich unter Zwangsverwaltung gestellt hatten. Damit reagierten sie auf eine im Jänner von ukrainischen Aktivisten begonnene Eisenbahnblockade, die die Stahl- und Kohleindustrie der Region treffen sollte. (APA, 16.3.2017)

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