Neue Dokumente schüren wieder Zweifel an Glyphosat

16. März 2017, 17:54
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US-Saatgutriese soll Studien selbst geschrieben haben. Uneinigkeit bei der Bewertung des Unkrautvernichtungsmittels

San Francisco – Ein Bundesgericht in San Francisco hat brisante Unterlagen publiziert, wonach das Glyphosat-haltige Unkrautvernichtungsmittel Round-up des US-Saatgutriesen Monsanto doch Krebs verursachen könnte. Die Dokumente umfassen interne Mails zwischen Monsanto und Regulierungsbehörden, berichtet die "New York Times" in ihrer Online-Ausgabe.

In diesen Mails werden Zweifel an der Sicherheit des weltweit am meisten verwendeten Pestizids angemeldet. Vor allem zeige der E-Mail-Verkehr auch, dass sich die Experten der US-Umweltbehörde EPA bei der Bewertung von Round-up nicht einig waren, so die "NYT". Auch soll Monsanto Urheber einer Studie gewesen sein, die vor den Behörden als unabhängig und von akademischen Institutionen stammend ausgegeben worden war. Die Unterlagen wurden von Richter Vince Chhabria veröffentlicht, der einem Rechtsstreit vorsitzt, bei dem es um eine Lymphkrebserkrankung (Non-Hodgkin-Lymphome) einer Reihe von Personen geht, die Glyphosat von Monsanto ausgesetzt gewesen waren.

Der Rechtsstreit wurde von der International Agency for Research on Cancer, die zur Weltgesundheitsorganisation gehört, angestoßen. Diese Dokumente gelangen zu einem für den Saatgutkonzern schwierigen Zeitpunkt an die Öffentlichkeit. Erst Mitte der Woche hat die EU-Chemikalienagentur Echa in Helsinki im Auftrag der EU-Kommission eine Glyphosat-Überprüfung vorgelegt und war zu dem Schluss gekommen, dass der Stoff nicht krebserregend ist. (ruz, 16.3.2017)

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