Solarin: "Hochsicheres" Smartphone für 14.000 Dollar gefloppt

3. April 2017, 14:11
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Hersteller entlässt 30 Mitarbeiter und will nun andere Produkte herstellen

Starke Hardware-Ausstattung, großer Akku, Spritzwasserschutz und vor allem eine Reihe von Sicherheitsfunktionen wollte das israelische Unternehmen Sirin Labs einst mit seinem Smartphone "Solarin" anlocken. Der Androide sollte sich per Knopfdruck in einen "Hochsicherheitsmodus" versetzen lassen, in dem das Gerät mit Hardware-basierter Ende-zu-Ende-Verschlüsselung operiert und damit Messaging und Anrufe absichern sollte.

Ein Konzept, das im Zeitalter der großen Spionageenthüllungen für viele Interessenten durchaus attraktiv klingen könnte – wäre da nicht der Preis. Rund 14.000 Dollar verlangte der Hersteller für sein Handy, noch ohne Steuern. Zehn Monate später steht fest: Solarin ist gefloppt, wie Techcrunch berichtet.

Rund 750 Stück verkauft

10 Millionen Dollar Umsatz hat das Gerät eingespielt, berichtet Techcrunch. Umgerechnet konnte man also trotz aller Aufmerksamkeit nur rund 750 Stück des Gerätes verkaufen, was trotz der hohen Gewinnspanne nicht für schwarze Zahlen reicht. Sirin bestätigt auch einen Bericht der israelischen Zeitung Calcalist, in dem von der Entlassung von 30 Mitarbeitern berichtet wird.

"Knapp ein Jahr nach dem Start von Solarin schlägt Sirin Labs eine neue Richtung zu einer neuen Produktlinie ein", wird ein Sprecher zitiert. Man plane aber Neuanstellungen im Sinne der Zukunftspläne.

Fokus auf "neuartiges Computing-Device"

Dass die Herstellung von Solarin eingestellt wird, dementiert man allerdings. Das Mobiltelefon werde immer noch hergestellt und erhalte Support. Eine zweite Generation wird es wahrscheinlich nicht geben. Als nächstes will Sirin, dessen Geldreserven sich auf nur noch 20 Millionen Dollar belaufen sollen, ein "neuartiges Computing-Device" auf den Markt bringen.

Der Start von Solarin stand Ende Mai 2016 nicht unter dem besten Stern. Tester bemängelten die schon damals nicht mehr aktuelle Android-Version 5.1, die langsame Kamera und diverse Softwareprobleme. (gpi, 3.4.2017)

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    foto: sirin labs
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