Steirer wegen Sabotage von Sendemasten zu vier Jahren Haft verurteilt

16. März 2017, 14:57
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23-Jähriger leugnete vor Gericht alles – Beweislast war jedoch erdrückend

Graz – Ein 23-jähriger Weststeirer ist am Donnerstag im Grazer Straflandesgericht wegen der Sabotage von Sendemasten zu vier Jahren unbedingter Haft verurteilt worden. Der Beschuldigte hatte vor Gericht vehement bestritten, etwas mit der Sache zu tun zu haben. Jedoch wurden unter anderem Blutspuren an den Masten gefunden, die zu ihm passten. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

Der vorbestrafte Schlosser aus der dem Bezirk Voitsberg musste sich wegen schwerer Sachbeschädigung in mehr als 30 Fällen, Widerstand gegen die Staatsgewalt und vorsätzlicher Gefährdung der Luftsicherheit verantworten. Laut der Staatsanwältin soll der Beschuldigte im Vorjahr über Monate hinweg immer wieder – teils die gleichen – Masten beschädigt und dabei einen Schaden von mehr als 100.000 Euro verursacht haben. Auf manche der Sender soll er sogar bis in Höhen von 30 Meter geklettert sein und die sogenannten "Flugbefeuerungslampen" kaputt gemacht haben. Es sei Glück gewesen, dass wegen seiner "wahnwitzigen Tathandlungen" kein Flugunfall passiert sei.

Als die Polizei ihn im Dezember des Vorjahres nahe eines Tatorts stellen wollte, soll er sich den Beamten widersetzt und eine Straßensperre aus Polizeifahrzeugen mit Blaulicht umfahren haben. Die Staatsanwältin ließ noch vor der Verhandlung ein psychologisches Gutachten erstellen. Daraus gehe hervor, dass der 23-Jährige eine "unreife, neurotische Verhaltensstörung" habe.

Komplett unschuldiges Gefühl

Von alldem wollte der Weststeirer nichts wissen: "Ich fühle mich komplett unschuldig, das ist Blödsinn, was da (in der Anklage, Anm.) steht." Richter Martin Wolf klärte ihn aber auf, dass alles darin gegen ihn spreche: "Der Akt lässt eigentlich keinen Zweifel zu." Es wurden mehrfach Blutspuren an den Tatorten gefunden. Die DNA passt zu der des Angeklagten. Eine Kamera hat die Schuhe des Täters fotografiert – der 23-Jährige besitzt genau die gleichen. Der Wagen seiner Mutter, mit dem er gefahren war, wurde nahe der Masten gesehen und in seinen Jacken wurde Werkzeug gefunden, das ebenfalls zu den Beschädigungen passt.

Der Weststeirer leugnete sogar, dass er sich der Polizei widersetzt hat: "Ja, ich bin da gefahren, wo die angeblichen Straßensperren waren, aber ich habe nur einen Polizeiwagen gesehen, aber der war ohne Blaulicht. Wir sind nur langsam aneinander vorbeifahren. Sonst war nichts." Sein Blut an den Masten konnte er sich nicht erklären: "Wie können Sie einen Bluttest machen, wenn ich keines verloren habe", meinte er. Die Staatsanwältin unterstrich: "Sie sind nicht glaubhaft und Sie helfen sich nicht damit."

Das Schöffengericht entschied, dass der 23-Jährige vier Jahre Haft verbüßen soll. Der Steirer meinte daraufhin: "Schade, dass mir keiner glaubt." Er bat um drei Tage Bedenkzeit. Die Staatsanwältin gab keine Erklärung ab. (APA, 16.3.2017)

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