Grüne wollen Hausarztmodell erweitern

16. März 2017, 14:45
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Liste der Grünen Ärzte legt Plan zur Ausgestaltung des Primary-Health-Care-Gesetzes vor

Wien – Während die Proteste der Ärztekammerfunktionäre gegen das Primärversorgungsgesetz noch nachhallen, haben die Wiener Grünen gemeinsam mit den Grünen Ärzten, die auch bei der Wahl der Standesvertreter antreten, einen Umsetzungsplan für das Gesetz ausgearbeitet. Das Wiener Hausarztmodell soll dabei mehrere Stufen der Primärversorgung vereinen – vom klassischen Hausarzt über die Gruppenpraxis bis hin zum Primärversorgungszentrum. Die Teilnahme für Allgemeinmediziner soll freiwillig sein.

Wolfgang Mückstein, Betreiber des ersten und bisher einzigen PHC (Primary Health Care) in Wien, fordert, dass die 200 Millionen Euro, die insgesamt für den Ausbau der Primärversorgung vorgesehen sind, zumindest in Wien nicht nur für PHCs verwendet werden, sondern auch für andere allgemeinmedizinische Praxen. Die Grünen schlagen dafür ein Stufenmodell vor, das in späterer Folge auch auf Fachärzte ausgeweitet werden könne.

Ergänzende Modelle

Das bisherige Hausarztmodell soll weiterbestehen, der "erweiterte Hausarzt" soll 25 statt 20 Wochenstunden anbieten, Gruppenpraxen von zwei bis drei praktischen Ärzten sollten bis zu 40 Stunden pro Woche anbieten und Primärversorgungszentren und -netzwerke Patienten mindestens 50 Stunden pro Woche versorgen. Je länger die Ordinationen offen haben, desto größer kann auch ihr Zusatzangebot sein, was sich auch in der Honorierung niederschlagen soll.

Mückstein teilt in einigen Punkten die Kritik seiner Ärztekammerkollegen am aktuellen PHC-Gesetzesentwurf. Der neue Gesamtvertrag und die Honorierung würden fehlen. Außerdem spricht er sich gegen private Investoren als Betreiber von PHCs aus, das würde die Zweiklassenmedizin fördern.

"Versorgung aus einer Hand"

Birgit Meinhard-Schiebel, Gesundheitssprecherin der Wiener Grünen, sieht dadurch die Möglichkeit, für Patienten einen Weg aufzuzeigen und ihnen eine Versorgung "aus einer Hand" zu ermöglichen. "Patienten müssen raschen und leistbaren Zugang zur Krankenbehandlung auch im niedergelassenen Bereich finden", sagt Meinhard-Schiebel.

Mückstein ist Spitzenkandidat der Grünen Ärzte, die eine von 17 Listen bei der derzeit laufenden Wiener Ärztekammerwahl sind. (mte, 16.3.2017)

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