Russische und US-Soldaten haben in Manbij Sichtkontakt

15. März 2017, 22:02
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Militärsprecher: Keine direkte Kommunikation – Keine Entscheidung über Beteiligung türkischer Truppen

Beirut/Damaskus – In der nordsyrischen Stadt Manbij sind sich Soldaten aus den USA und Russland auf Sichtweite nahe gekommen. Die einstigen Gegner im Kalten Krieg könnten ihre jeweiligen Bewegungen gegenseitig beobachten, würden aber nicht direkt miteinander kommunizieren, sagte US-Militärsprecher John Dorrian am Mittwoch per Videoschaltung aus Bagdad.

Seinen Angaben zufolge sind mehrere dutzende Angehörige einer US-Spezialeinheit in der Umgebung von Manbij. Kommuniziert werde mit den Russen nur über einen 2015 eingerichteten Kommunikationskanal, über den Luftangriffe der Russen mit denen der US-geführten Anti-IS-Koalition koordiniert werden.

Puffer zwischen Kurden und Türken

Die US-Truppen stellen eine Art Puffer zwischen den syrisch-kurdischen Kräften und den türkischen Truppen dar. Die frühere Hochburg der Jihadistenmiliz "Islamischer Staat" (IS) unweit der türkischen Grenze wird seit vergangenem Jahr von der kurdisch-arabischen Rebellenallianz Demokratische Kräfte Syriens (SDF) kontrolliert, die von den USA unterstützt wird und den IS bekämpft. Die Türkei will allerdings die kurdischen Volksverteidigungseinheiten (YPG) von dort vertreiben.

Der US-Sprecher betonte auch, dass das die Offensive auf die IS-Hochburg Raqqa anführende Rebellenbündnis SDF mittlerweile zu 75 Prozent aus arabischen Kämpfern bestehe. Dies stimme in etwa mit der demografischen Zusammensetzung in der Region überein.

Die USA versuchen über eine stärkere Beteiligung arabischer Kräfte den NATO-Partner Türkei zu beschwichtigen, der die YPG als terroristisch einstuft. Über eine mögliche Beteiligung der türkischen Truppen an der Eroberung von Raqqa sei noch keine Übereinkunft erzielt worden, sagte der US-Sprecher.

Das von der US-geführten Koalition unterstützte kurdisch-arabische Rebellenbündnis startete im November eine Offensive zur Rückeroberung von Raqqa und steht inzwischen wenige Kilometer vor der Stadt. Die Koalition vermutet dort unter den 300.000 Einwohnern bis zu 4.000 Jihadisten.

Unterdessen endete im kasachischen Astana die dritte Runde der syrischen Friedensverhandlungen auf Initiative Moskaus, Teherans und Ankaras ergebnislos. Die Vertreter der Aufständischen hatten an den Beratungen nicht teilgenommen. Moskau setzte eine weitere Runde für den 18. und 19. April in Teheran an. (red, APA, AFP, 15.3.2017)

  • US-Soldaten in Manbij
    foto: ap/arab 24

    US-Soldaten in Manbij

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