Wiener Rechnungshof ortet Mängel bei Ableitungen von Gasthermen

    15. März 2017, 17:45
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    Trotz großer Mängel keine regelmäßigen Kontrollen, Schäden nicht oder nur teilweise behoben – Wiener Wohnen verspricht regelmäßige Prüfungen

    Wien – Der Stadtrechnungshof kritisiert die mangelnde Überprüfung von sogenannten Abgassammlern durch Wiener Wohnen. Obwohl in der Vergangenheit große Mängel festgestellt worden seien, werde die Ableitung von Abgasen in Gemeindebauten nicht regelmäßig überprüft – und seit 2014 überhaupt nicht mehr, heißt es in einem am Mittwoch veröffentlichten Prüfbericht.

    Der Bauzustand der bis zu 40 Jahre alten Abgassammler sei in der Vergangenheit nur nach Fenstererneuerungen überprüft worden. Eine generelle Bauzustandsüberprüfung sei nicht erfolgt, kritisiert der Stadt-RH. Von den Rauchfangkehrerbetrieben festgestellte Mängel seien nicht oder nur teilweise behoben worden. Dabei stellten mangelhaft gewartete Gasfeuerstätten – also im Wesentlichen Gasthermen – "ein hohes Sicherheitsrisiko" dar und hätten bereits wiederholt zu Kohlenmonoxid-Unfällen in Wohnungen geführt, wird im Prüfbericht gewarnt. Insgesamt sind 504 städtische Wohnhausanlagen mit 3.384 Stiegen mit einem oder mehreren Abgassammlern ausgestattet.

    Abgasanlagen, wie Abgasfänge oder Abgassammler, dienen dazu, die Abgase von mit Gas betriebenen Geräten abzuleiten. Während in Abgasfängen nur die Abgase von jeweils einer Wohneinheit eingeleitet werden dürfen, werden in Abgassammlern die Abgase von bis zu sechs übereinanderliegenden Wohneinheiten gesammelt und über das Dach ins Freie abgeleitet.

    Viele Abgassammler mangelhaft

    Aus den Unterlagen, die dem Stadt-RH von Wiener Wohnen vorgelegt wurden, geht hervor: In den Jahren 2013 und 2014 wurden insgesamt 678 Abgasfänge bzw. Abgassammler in städtischen Wohnhausanlagen mit Inspektionskameras überprüft – nur 185 davon sind laut dem Bericht als mängelfrei erkannt worden.

    Festgestellt wurden beispielsweise schadhafte Aufsätze, schadhafte oder fehlende Endstücke, undichte Kehr- und Putztürchen, undichte Abgassammlereinmündungen oder Fehleinmündungen und Querschnittsverengungen. Vor allem die älteren Abgassammler wiesen "teilweise einen eklatanten baulichen Mangel" auf, der unter ungünstigen Rahmenbedingungen ein Sicherheitsrisiko darstelle.

    Überprüfung mittels Kameras empfohlen

    Außerdem habe die Überprüfung durch den Stadt-RH gezeigt, dass im Rahmen der gesetzlich vorgeschriebenen Kehr- und Prüftätigkeit bauliche Mängel im Inneren der Abgassammler nur eingeschränkt erkannt werden. Der Stadt-RH empfiehlt daher, den Bauzustand sämtlicher Abgassammler etwa mittels Inspektionskameras zu überprüfen und diese Überprüfungen regelmäßig zu wiederholen.

    In den im Bericht enthaltenen Stellungnahmen verspricht Wiener Wohnen, den Empfehlungen nachzukommen. Für sämtliche Abgassammler in städtischen Wohnhausanlagen sei vorgesehen, in Intervallen von fünf Jahren eine überprüfende Kamerabefahrung durchzuführen. Die nicht behobenen Mängel seien zwischenzeitlich aufgearbeitet worden. (APA, 15.3.2017)

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