Unumkehrbares Korallensterben im Great Barrier Reef

16. März 2017, 11:44
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Lokale Schutzmaßnahmen wirkungslos, fortschreitende Meereserwärmung schädigt Riff dauerhaft

Townsville – Die schlechten Nachrichten zum größten Korallenriff der Welt reißen nicht ab. Nachdem Wissenschafter vergangenen November konstatiert hatten, dass das australische Great Barrier Reef 2016 die schlimmste je erfasste Korallenbleiche durchgemacht hat, ordnet eine aktuelle Studie die katastrophale Entwicklung anhand von Daten der vergangenen zwei Jahrzehnte ein. Sie kommt zu dem Schluss, dass eine vollständige Erholung der Korallenstöcke nicht mehr denkbar ist.

Schuld an der Bleiche ist die fortschreitende Erwärmung der Ozeane: Steinkorallen leben in einer Symbiose mit Algen, die auch für deren charakteristische Färbung verantwortlich sind. Diese Zooxanthellen produzieren bei zu hohen Wassertemperaturen Giftstoffe, weshalb sie von den Korallen abgestoßen werden, die daraufhin verblassen. Ohne diese Algen können Korallenstöcke aber nicht dauerhaft überleben.

Wie die Biologen um Terry Hughes (James Cook University in Townsville) in Nature berichten, hatten lokale Schutzmaßnahmen – etwa zur Erhöhung der Wasserqualität und zur Reduktion der Fischerei – keinen nennenswerten Einfluss auf das Fortschreiten der Korallenbleiche. Das unterschiedliche Ausmaß des Sterbens in den einzelnen Riffabschnitten lasse sich allein durch die lagebedingt differierenden Temperaturen erklären. Der einzige wirksame Schutz für das Riff sei eine Begrenzung der Erderwärmung. (dare, 15.3.2017)

  • Spuren der tödlichen Bleiche (hier im nördlichen Great Barrier Reef).
    foto: ed roberts/tethys images

    Spuren der tödlichen Bleiche (hier im nördlichen Great Barrier Reef).

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