Eurofighter: Stilllegung für Opposition durchaus denkbar

15. März 2017, 14:29
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Alle Parteien für wirtschaftlichste Variante, Leasing denkbar – Grüne wie FPÖ wollen auch gleich die Saab 105 ersetzen

Wien – Die Oppositionsparteien können sich mit der Idee von Verteidigungsminister Hans Peter Doskozil (SPÖ), den Eurofighter stillzulegen, durchaus anfreunden.

Doskozil hatte in der Nationalratssitzung am Dienstag erklärt, es könne durchaus die Entscheidung geben, dass man ab einem bestimmten Zeitpunkt die Eurofighter aufgeben könnte. Man müsse nun überlegen, wie man die Überwachung des Luftraums effektiv, aber kostengünstiger organisieren könne. Dabei verwies er auf die von ihm eingesetzte Arbeitsgruppe, die bis Ende Juni klären soll, wie es mit der Luftraumüberwachung weitergehen soll.

"Sehr bescheidenes" Modell

Am Mittwoch zeigten sich sowohl die Wehrsprecher der Opposition als auch jene der Koalitionsfraktionen offen für Doskozils Überlegungen. Eingetreten wird für die wirtschaftlichste Variante. FPÖ-Wehrsprecher Bösch sagte, der Eurofighter habe einen Weg genommen, "der nicht mehr effizient ist". Die Betriebskosten seien zu hoch, und selbst mit den mittlerweile notwendig gewordenen Upgrades hätte man nur ein "sehr bescheidenes" Modell, das nicht voll funktionsfähig wäre. Seine Fraktion wolle das Ergebnis des Arbeitsgruppen-Berichts abwarten, sagte Bösch. Wichtig sei, dass die Lösung militärisch wie auch wirtschaftlich vertretbar ist; die Luftraumüberwachung müsse sichergesellt sein.

"Spätestens im Herbst"

Grünen-Sicherheitssprecher Peter Pilz sagte, er sei dafür, die Eurofighter "spätestens im Herbst" stillzulegen. Noch besser wäre aber, die Eurofighter an den Hersteller Airbus "zurückzuschicken", sprach er auch die mögliche Rückabwicklung der Beschaffung an. Vorstellung zu konkreten Flugzeugtypen wollte keiner der Wehrsprecher abgeben. Sowohl FPÖ wie auch Grüne könnten sich eine Leasing-Variante vorstellen, wie es auch schon bei den von der Schweiz geleasten leichten Jagdflugzeuge des Typs F-5 der Fall war – mittels derer die Zeit zwischen der Abstellung der Draken und der Anlieferung der Eurofighter überbrückt wurden.

Pilz verwies darauf, dass das Leasing dieser Geräte nur 17 Millionen Euro Gesamtkosten pro Jahr verursacht hatte: "So billig könnte man das machen." Zur Anzahl meinte Pilz, man würde mit sechs bis acht Flugzeugen das Auslangen finden, sofern es es sich um "verlässliches" Gerät handle. Wie Bösch plädierte auch er dafür, eine Variante zu finden, die gleichzeitig die Saab 105 ersetzt.

Offen für günstigere Variante

Ebenfalls für alle Varianten offen zeigte sich Team-Stronach-Mandatar Christoph Hagen. Auch er hält Leasing für eine mögliche Option. Die Neos vermissen angesichts der Überlegungen von Doskozil, die Eurofighter eventuell stillzulegen, noch substanzielle Informationen über die Kosten der Abfangjäger.

Die Regierungsfraktionen verwiesen auf die von Doskozil eingesetzte Arbeitsgruppe, deren Ergebnisse solle man abwarten. SPÖ-Sicherheitssprecher Otto Pendl gab ein "klares Bekenntnis zur Luftraumüberwachung" ab. Mit welcher Art von Flugzeug diese zu bewerkstelligen sein wird, werde man sehen; es müsse technisch und ökonomisch vertretbar sein. Als frühest mögliches Datum für eine Ablöse des Eurofighters sieht Pendl das Jahr 2020 an. Auch ÖVP-Verteidigungssprecher Bernd Schönegger betonte, die Luftraumüberwachung müsse sichergestellt sein. Wenn es eine günstigere Variante als die Eurofighter gebe, sei seine Fraktion dafür offen. (APA, 15.3.2017)

  • Die Tage des Eurofighters könnten gezählt sein.  Alle Parteien denken schon über neue Varianten nach.
    foto: reuters/foeger

    Die Tage des Eurofighters könnten gezählt sein. Alle Parteien denken schon über neue Varianten nach.

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