Hervis Sports setzt auf Verleihen

15. März 2017, 14:05
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Der Sportartikelhändler freut sich über wachsende Umsätze und profitiert von neuen Trends. Neben E-Bikes blüht das Geschäft mit dem Verleih

Wien – Der heimische Sportartikelhändler Hervis konnte 2016 deutlich zulegen, Wachstumstreiber bleiben E-Bikes, aber auch das Geschäft mit dem Verleih. Die Umsatzzahlen entwickelten sich besser als der Branchentrend. So verzeichnete Hervis, eine 100-Prozent-Tochter von Spar, in Österreich ein Umsatzplus von 6,2 Prozent. Über alle Länder (Österreich, Deutschland, Slowenien, Kroatien, Ungarn, Rumänien und Tschechien) konnte der Umsatz um 5,2 Prozent auf 493 Millionen Euro gesteigert werden. Das Ebit lag bei 14 Millionen, das Ebitda bei 22,5 Millionen Euro.

Derzeit zählt Hervis österreichweit 200 Standorte, heuer sollen fünf hinzukommen. Noch dominiere der Verkauf in den Filialen, doch der Onlinehandel werde immer wichtiger, sagt Hervis-Geschäftsführer Alfred Eichblatt, ohne Zahlen zu nennen. Umso mehr setze Hervis auf den Omnichannel-Bereich, also die Verschränkung von Online- und Offlinehandel. Zudem setzt der Sportartikelhändler in seinem Ausblick auf drei Trends: Da wäre der anhaltende Boom bei innovativen Produkten wie E-Mobilität. Neben E-Scootern und Balance Boards feiere das E-Bike einen gewaltigen Siegeszug, sagt Eichblatt. Hier gebe es jährliche Zuwachsraten von bis zu zwanzig Prozent.

Alles außer Schuhe

Aber auch die steigende Nachfrage nach Wearables wie Bodytrackern, Geräten also, die, am Körper getragen, verschiedenste Messungen bei Aktivitäten aufzeichnen. Last but not least setzt Hervis vermehrt auf Vermieten und Verleihen. So können Kunden am Standort Haid in Oberösterreich seit Oktober so ziemlich alle Produkte aus dem Sortiment – von Bekleidung bis zum Tischtennistisch – für eine Saison oder für eine kürzere Zeit leihen. Ausgenommen sind Schuhe.

"Wir sind dabei herauszufinden, was für die Kunden besonders attraktiv zu mieten ist", so Eichblatt. Schon bewährt habe sich der Verleih von Kinderski, der in ganz Österreich möglich ist. Ski zu verleihen ist für Hervis mittlerweile ein besseres Geschäft, als sie zu verkaufen, räumt der Manager ein. Diese Saison habe der Skiverleih mit zweistelligen Wachstumsraten weiter zugelegt.

Neben Investitionen und weiteren Expansionsplänen hält Hervis in diesem Jahr eine zusätzliche Million für Aus- und Weiterbildung der Mitarbeiter bereit. Aktuell werden für das nächste Ausbildungsjahr hundert Lehrlinge gesucht. Seit April 2015 bietet Hervis neben der Basisausbildung eine Zusatzqualifikation "Digitaler Verkäufer" an. Ab Juni wird das Programm des "Digitalen Verkäufers" als einer von 16 Schwerpunkten im Ausbildungsgesetz verankert. Auch die Wirtschaftskammer verkündete kürzlich die Einführung des neuen Lehrberufs "Onlinehändler" ab 2018.

Der Sporthandel in Österreich ist stark konzentriert und wird im Grunde von vier Firmen beherrscht: Sport 2000/Gigasport, Intersport, Hervis und dem britischen Diskontriesen Sports Direct, der sich die Marken Eybl und Sports Experts einverleibt hat. (ch, 15.3.2017)

  • E-Bikes erfreuen sich an Zuwachsraten von jährlich 20 Prozent.
    foto: apa/epa/patrick seeger

    E-Bikes erfreuen sich an Zuwachsraten von jährlich 20 Prozent.

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