Fusion von RZB und RBI wird am Samstag vollzogen

15. März 2017, 09:01
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463 Millionen Euro Nettogewinn im Jahr 2016

Wien – Läuft alles wie geplant, dann ist die Raiffeisen Zentralbank (RZB) am Samstag Geschichte. An dem Tag soll die Fusion der RZB mit der Raiffeisen Bank International (RBI) im Firmenbuch eingetragen und damit perfekt werden. Mit der Verschmelzung einher geht ein Vorstandsumbau; nächsten Montag beerbt Johann Strobl RBI-Chef Karl Sevelda.

Am Mittwoch hat Sevelda die letzte Bilanz der "alten" RBI präsentiert. Das in 14 osteuropäischen Ländern aktive Institut hat schwere Jahre durchgemacht, 2016 nun endete mit einem Nettogewinn von 463 Millionen Euro (plus 22 Prozent). Die Ziele – Eigenkapitalstärkung, Verringerung der faulen Kredite und der Risikokosten – wurden erreicht. 2016 musste die RBI 754 Mio. Euro für Kreditwertberichtigungen springen lassen, um 40 Prozent weniger als 2015. Das größte Sorgenkind, die Bank Aval in der Ukraine, drehte in die Gewinnzone (135 Mio. Euro).

Zur, auch von der Aufsicht vorgegebenen, Eigenkapitalstärkung trägt die Fusion bei, weil Minderheitenabzüge entfallen. Die RBI schaffte eine Kernkapitalquote von 13,6 Prozent (angepeilt waren zwölf Prozent Ende 2017), in der RBI neu werden es 12,4 sein.

Nicht geschafft hat die RBI, wie berichtet, den Verkauf ihrer polnischen Tochter. 15 Prozent der Anteile müssen nun (wie beim Einstieg der RBI in Polen versprochen) bis Ende Juni an die Börse gebracht werden. In der Polbank stecken immer noch Fremdwährungskredite im Volumen von mehr als drei Milliarden Euro, was die Regierung ändern will. Als Nächstes steht Sparen am Programm. Von den 4200 Jobs werden viele gestrichen – wie viele, wollte der künftige Bankchef Strobl noch nicht sagen. Der Firmenwert der Polbank wurde inzwischen auf Null abgeschrieben.

Nach der Restrukturierung der RBI will der neue Chef nun "den Hebel umlegen", er setzt auf Ertragssteigerung (und Weitersparen). Fürs Jahr 2017 sollen die Aktionäre (die Raiffeisen Landesbanken halten fast 59 Prozent) auch wieder eine Dividende sehen.

Die Frage an Sevelda, ob er seinem Nachfolger "große Fußstapfen" hinterlasse, beantwortete er diplomatisch. Er habe Schuhgröße 44, kenne die Schuhnummer Strobls zwar nicht, sei aber sicher, dass dem "die Fußstapfen nicht zu groß" sein werden. Damit hat Selvelda sicher recht. Auch Strobl hat Schuhgröße 44. (gra, 15.3.2017)

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