Ruf nach Verbot des Kükenschredderns wird wieder laut

14. März 2017, 18:03
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Geht es nach den Grünen, soll die gesamte Geflügelwirtschaft das Töten der Eintagsküken einstellen

Wien – Christian Schmidt setzt auf Technologie. Der Durchbruch sei erreicht, erklärte Deutschlands Landwirtschaftsminister jüngst – allerdings nicht zum ersten Mal.

Das berüchtigte Kükenschreddern würde bald Vergangenheit sein. Schon 2017 werde man den Einstieg in den Ausstieg aus dieser "ethisch und moralisch inakzeptablen Praxis" schaffen. Was Schmidt meint, ist der Umstand, dass europaweit jährlich rund 300 Millionen Eintagsküken als Abfallprodukt in der Hochleistungszucht direkt nach dem Schlüpfen mit Gas erstickt oder im sogenannten Homogenisator mit rotierenden Messern zu Brei geschreddert werden. In Österreich sind es rund fünf Millionen.

Henne oder Hahn

Ob in einem Ei Henne oder Hahn ist, weiß man bisher erst nach dem Schlüpfen. Für die Hähne hat man keine Verwendung. Brauchbare Lösungen werden seit langem gesucht. Technologie könnte ein Teil davon sein. Das Geschlecht der Küken könnte damit vor dem Schlüpfen bestimmt werden, um dann nur Eier mit weiblichen Embryonen zu bebrüten.

Hierzulande hatte vor allem die Biobranche ein Interesse an Alternativen. Manch einer versuchte es mit dem Zweinutzungshuhn, das gleichzeitig legefreudig und für die Mast geeignet ist, andere setzen auf eine Hybridzüchtung des deutschen Riesen Lohmann. Nicht alle Versuche erwiesen sich als wirtschaftlich.

Männliche Küken von Biolegehennen dürfen in Österreich laut einer brancheninternen Vereinbarung seit 2015 jedenfalls nicht mehr nach dem Schlüpfen getötet werden. Der Tierschutzsprecherin der österreichischen Grünen, Christiane Brunner, reicht das nicht. Sie will das Kükenschreddern für die gesamte Geflügelwirtschaft abgestellt wissen. Am Mittwoch bringt sie im Gesundheitsausschuss einen Entschließungsantrag im Parlament ein. (rebu, 15.3.2017)

  • Weibliche und männliche Küken unter einer Wärmelampe in der veterinärmedizinischen Fakultät der Universität Leipzig. Dort wird intensiv an einer Alternative zur massenhaften Tötung männlicher Küken geforscht. Unter dem Titel spektroskopische Geschlechtsbestimmung im Hühnerei.
    foto: peter endig

    Weibliche und männliche Küken unter einer Wärmelampe in der veterinärmedizinischen Fakultät der Universität Leipzig. Dort wird intensiv an einer Alternative zur massenhaften Tötung männlicher Küken geforscht. Unter dem Titel spektroskopische Geschlechtsbestimmung im Hühnerei.

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