Pakistan geht gegen Seiten mit "gotteslästerlichen" Inhalten vor

14. März 2017, 13:52
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Mehrere religionskritische und liberale Seiten seit Jänner gesperrt

In Pakistan weiten sich staatliche Aktivitäten gegen soziale Medien und Internetseiten mit angeblich gotteslästerlichen Inhalten aus. Ministerpräsident Nawaz Sharif wies am Dienstag das Innenministerium an, sofort alle Seiten und Foren mit solchen Inhalten zu sperren. "Alle Agenturen sollen aktiv versuchen, die Schuldigen zu finden und sicherzustellen, dass sie dem Gesetz gemäß bestraft würden."

Todesstrafe auf Blasphemie

In Pakistan kann Blasphemie mit dem Tod bestraft werden. Die strengen Blasphemiegesetze des Landes werden oft missbraucht von Menschen, die im teils tiefreligiösen Land Rivalen ausschalten wollen. Offenbar um einer Hexenjagd vorzubeugen, sagte Sharif, dass auch jene, die das Gesetz missbrauchten, bestraft werden müssten. Das Außenministerium solle "mit internationalen Institutionen und sozialen Medien in Kontakt treten, um das Problem zu lösen".

Schon vergangene Woche hatte ein Richter in der Hauptstadt Islamabad gedroht, Facebook zu sperren, sollten die beleidigenden Einträge nicht entfernt werden. Seit Jänner sind mehrere religionskritische, aber auch andere liberale Seiten gesperrt worden.

Entführung von fünf Bloggern

Im Jänner waren fünf Blogger entführt worden, die regierungs- und militärkritische Seiten betrieben hatten. Ihnen wurde auch Blasphemie vorgeworfen. Menschenrechtsaktivisten vermuteten, der Staat stecke dahinter. Vier der Blogger sind wieder aufgetaucht. Die meisten schwiegen. Einer sagte der BBC, er sei gefoltert worden.

Der Internetvideo-Kanal YouTube war in Pakistan bis Anfang 2016 drei Jahre lang gesperrt, weil dort ein islamfeindlicher Film hochgeladen worden war. (APA, 14.3.2017)

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