Einsatz für türkische Literatur: Kairos-Preis an Binooki-Verlag

14. März 2017, 12:39
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Die Berliner Verlegerinnen Inci Bürhaniye und Selma Wels seien Brückenbauerinnen

Berlin – Die Berliner Verlegerinnen Inci Bürhaniye und Selma Wels erhalten für ihren Einsatz für junge türkische Autoren den europäischen Kulturpreis Kairos 2017. Der Binooki-Verlag der Schwestern widme sich als einziger ausdrücklich der Übersetzung türkischer Literatur ins Deutsche und leiste damit einen Beitrag zum gerade aktuell dringend nötigen Kulturaustausch, teilte die Alfred Toepfer Stiftung mit.

Damit bewiesen Bürhaniye und Wels unternehmerischen Mut und Pioniergeist und leisteten eine ausgezeichnete kulturelle Vermittlungsarbeit. Der mit 75.000 Euro dotierte Kairos-Preis der Alfred Toepfer Stiftung werde am 7. Mai im Deutschen Schauspielhaus in Hamburg übergeben.

Die gebürtigen Berlinerinnen gründeten ihren Verlag den Angaben zufolge 2011 – "aus Liebe zur türkischen Literatur und inspiriert durch ihre Mutter, die ihnen die Leidenschaft für das Lesen vermittelte". Zuvor hatten beide wenig mit dem Verlagswesen zu tun. Geschäftsführerin Wels studierte Betriebswirtschaftslehre und arbeitete selbstständig für die Filmbranche. Ihre Schwester unterhält nach wie vor eine eigene Anwaltskanzlei für Gesellschafts-, Handels- und Steuerrecht in Berlin.

Ebnen Weg für Zusammengehörigkeitsgefühl

"Die beiden Verlegerinnen sind Brückenbauerinnen", begründete das Preiskuratorium seine Entscheidung. Sie ermöglichten ein tieferes Verständnis für die türkische Kultur – und sie ebneten den Weg für ein Zusammengehörigkeitsgefühl, welches die politischen Grenzen der EU überschreite und die Türkei als europäischen Staat ins Bewusstsein hebe. "Nicht zuletzt bedeutet der Preis auch eine Anerkennung und Unterstützung für die türkischen Intellektuellen, Publizisten und Schriftsteller, die sich in einer Zeit der Repressalien und der persönlichen Gefährdung zu Wort melden."

Der Kulturpreis Kairos, benannt nach dem Gott des "rechten Augenblicks" der griechischen Mythologie, wird jedes Jahr an europäische Kulturschaffende aus den Bereichen bildende und darstellende Kunst, Musik, Architektur, Design, Film, Fotografie, Literatur und Publizistik verliehen. Er versteht sich nicht als Auszeichnung eines abgeschlossenen Lebenswerkes, sondern als Impuls zu weiterem Wirken. 2016 ging er an den griechisch-russischen Dirigenten Teodor Currentzis. (APA, 14.3.2017)

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