USA: Immer mehr Junge erkranken an Krebs

    14. März 2017, 10:55
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    Einer Langzeitstudie zufolge hat die Anzahl der Krebserkrankungen bei Teenagern in den vergangenen 37 Jahren um mehr als 25 Prozent zugenommen. Die Ursache ist unklar

    Laut Prognosen der Weltgesundheitsorganisation WHO werden bis zum Jahr 2030 weltweit 21,6 Millionen neue Krebsfälle im Jahr erwartet. 2012 waren es 14 Millionen. Auch die Todesfälle durch Krebs dürften von 8,2 auf 13 Millionen jährlich ansteigen. Der Hauptgrund liegt in der steigenden Lebenserwartung, da die Wahrscheinlichkeit einer Krebserkrankung mit dem Alter zunimmt.

    Jetzt zeigte jedoch eine Langzeitstudie aus den USA auch eine Zunahme der Krebserkrankungen bei Teenagern zwischen 15 und 19 Jahren von mehr als 25 Prozent.

    Die Daten basieren auf dem SEER-Krebsregisters (The Surveillance, Epidemiology, and End Results) des nationalen Krebsinstituts. Die Auswertung des Zeitraums von 1975 bis 2012 zeigte einen Anstieg der diagnostizierten Erkrankungen von insgesamt mehr als 25 Prozent. Das entspricht einer jährliche Zunahme unter jungen Männern von durchschnittlich 0,67 Prozent und 0,62 Prozent für junge Frauen.

    Möglicherweise steckt die Umwelt dahinter

    Die größten jährlichen Zuwachsraten wurden bei Lymphknotenkrebs (Non-Hodgkin-Lymphom) mit 2,16 Prozent für Männer und 1,38 Prozent für junge Frauen beobachtet. Danach folgen der Schilddrüsenkrebs (jährlich +2,12 Prozent bei jungen Frauen, +1,59 Prozent bei jungen Männern), die akute Knochenmarksleukämie bei jungen Frauen (jährlich +1,73 Prozent) und der Hodenkrebs (jährlich +1,55 Prozent).

    Die Ursache dafür ist den Forschern zufolge unklar. Beim Schilddrüsenkrebs könnten bessere Diagnosemethoden eine Rolle spielen. Da aber ein gleichmäßiger Anstieg über alle Jahre hinweg zu beobachten ist, halten die Experten eine generelle Erklärung durch methodische Veränderungen in der Medizin für unwahrscheinlich. Möglicherweise stecken negative Umwelteinflüsse hinter der Entwicklung, mutmaßen die Wissenschafter. Das müssen allerdings noch weitere Studien klären. (red, 14.3.2017)

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