Eurofighter-U-Ausschuss: Achtzehn Mitglieder – und quasi sechs Chefs

14. März 2017, 10:50
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Nur die FPÖ muss ihren Fraktionsvorsitzenden noch fixieren

Wien – Viele Untersuchungsveteranen treffen im zweiten Eurofighter U-Ausschuss auf einige Neulinge: Die fünfköpfige SPÖ-Fraktion leitet Otto Pendl, gegen Ende des U-Ausschusses zu den Korruptionsaffären von Peter Pilz einst als "Abrissbirne" des Parlaments tituliert, ehe sich der langjährige rote Sicherheitssprecher mit dem streitbaren Grünen im Zuge der Reform für Untersuchungsgremien nachhaltig aussöhnte.

Das aus fünf Mitgliedern bestehende Aufklärungsteam der ÖVP wird von Gabriele Tamandl angeführt. Zumindest bei der Anzahl der Mitgliedschaften in U-Ausschüssen kann sie es mit Pilz aufnehmen. Tamandl saß schon in den Aufklärungsgremien zu den Banken, Innenamts-, Spitzel- und Korruptionsaffären sowie zur Causa Hypo.

Walter Rosenkranz dürfte den Vorsitz der FPÖ-Fraktion übernehmen, der insgesamt vier Sitze zustehen. Der Vizeklubchef löste 2012 die Grüne Gabriela Moser als Vorsitzende im U-Ausschuss zu den Korruptionsaffären ab, nachdem Rot, Schwarz und Blau tagelang gegen sie opponiert hatten – davor arbeitete Rosenkranz ebenfalls schon im Gremium zu den Spitzelaffären mit.

Der Grüne Peter Pilz, neben dem Gabriela Moser, Rechnungshofsprecherin und verdiente Aufdeckerin in der Causa Buwog, Integrationsfonds & Co., sitzen wird, gilt als Gottseibeiuns der anderen Fraktionen – weil er schon zu Lucona und Noricum sowie zu den Innenministeriums-, Spitzel- und Korruptionsaffären wie wild recherchierte. Und vor allem deswegen, weil er es mit seiner Beharrlichkeit nun sogar zu einem zweiten Eurofighter-U-Ausschuss gebracht hat.

Die Neos schicken den relativ unbekannten Michael Bernhard in den U-Ausschuss, bisher als Sprecher für Familien, Petitionen und Bürgerinitiativen sowie Umwelt und Verkehr engagiert. Beim Team Stronach macht Wirtschaftssprecher Leo Steinbichler den Hauptaufklärer. (Nina Weißensteiner, 14.3.2017)

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