Deutsche Arbeitgeber mit Leistung von Flüchtlingen meist zufrieden

14. März 2017, 14:20
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Größte Schwierigkeiten bereiten fehlende Sprachkenntnisse

Berlin – Die meisten Arbeitgeber in Deutschland, die in den vergangenen Monaten Flüchtlinge beschäftigt haben, sind mit deren Leistungen zufrieden. In einer am Dienstag veröffentlichten Umfrage der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) und des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK) gaben dies rund 80 Prozent der rund 2.000 befragten Unternehmen an. Größte Hürde ist demnach oft die Sprache.

Von den Umfrageteilnehmern, die von Schwierigkeiten bei der Beschäftigung berichteten, gaben rund 60 Prozent an, dass ihnen fehlende Deutschkenntnisse "erhebliche Schwierigkeiten" bereiteten. Zugleich setzt die Hälfte der Arbeitgeber bereits für gering qualifizierte Positionen mindestens gute Deutschkenntnisse voraus, bei Facharbeitern erhöht sich der Anteil auf 90 Prozent.

Eine OECD-Studie kommt insgesamt zu dem Schluss, dass in Deutschland "günstige Voraussetzungen" für die Förderung der Arbeitsmarktintegration bestehen. Die Autoren führen dies auf die gute Arbeitsmarktlage und darauf zurück, dass Deutschland "relativ rasch" auf den starken Zuzug von Flüchtlingen reagiert und die Rahmenbedingungen angepasst habe.

"In der kommenden Zeit wird die Herausforderung darin bestehen, die häufig etwas isolierten ersten Integrationsmaßnahmen in eine koordinierte längerfristige Strategie einzubinden", heißt es in der OECD-Untersuchung. Dabei gehe es nicht nur um "berufsbezogene Sprachkenntnisse und Kompetenzen, sondern auch um die Kenntnis der Funktionsweise des Arbeitsmarkts".

Integration von Flüchtlingen erst am Anfang

Die Integration von hunderttausenden Flüchtlingen auf den deutschen Arbeitsmarkt stehe aber erst am Anfang. Mittlerweile erhielten rund 400.000 Flüchtlinge mit geklärtem Aufenthaltsstatus Leistungen nach dem Sozialgesetzbuch II, sagte die deutsche Arbeitsministerin Andrea Nahles am Dienstag bei einer Konferenz zur Flüchtlingsintegration in Berlin. Die Betroffenen sind also beschäftigungslos.

Jeden Monat kämen viele Bezieher der auch als "Hartz IV" bekannten Leistungen dazu. Die Betroffenen absolvierten dann zunächst Sprach- und Integrationskurse, sagte Nahles. Die eigentliche Schwelle komme dann aber erst – die Integration auf den Arbeitsmarkt. "Da sind wir erst am Anfang", sagte sie.

Nahles ergänzte jedoch, Flüchtlinge als Gefahr für das Land zu sehen, habe "mit der Wirklichkeit nichts zu tun". In Deutschland herrsche Rekordbeschäftigung, in die Sozialkassen flössen Rekordeinnahmen. Dennoch würden Hass, Angst und Ressentiments geschürt. "Wir müssen aufpassen, ob in Frankreich, Ungarn, den Niederlanden oder Deutschland – Populisten wollen keine Probleme lösen", sagte Nahles. (APA, AFP, 14,3.2017)

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