Plen Cube: Mobiler Roboter-Würfel soll Alltag erleichtern

1. Mai 2017, 09:08
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Gerät soll Sprachassistent, Action-Kamera und Heimautomatisierungs-Zentrale vereinen

Kennt man sie heute noch hauptsächlich als Helfer in der Fertigung von Autos und Elektronik, sollen Roboter schon bald auch nützliche Dienste im privaten Alltag übernehmen. Ein besonders ambitioniertes Projekt betreibt etwa Asus mit Zenbo, der zu einem wahren Tausendsassa gemacht werden soll.

Kleinere, aber auch günstigere Brötchen bäckt man bei Plengoer Robotics. Das Unternehmen hat einen "Roboterwürfel" entwickelt, der nicht nur in den eigenen vier Wänden hilfreich zur Seite stehen, sondern auch mit auf Reisen gehen kann. Er soll Sprachassistent, Heimautomatisierungs-Zentrale und intelligente Actionkamera in einem sein.

plengoer robotics

Sprachkommandos und Gestenerkennung

Der Plen Cube ist, wie der Name schon verrät, in Würfelform gestaltet. Er weist eine Seitenlänge und Höhe von 75 Millimeter auf, wiegt rund 500 Gramm und verfügt auf der Oberseite über ein LCD-Display mit einer Diagonale von 2,2 Zoll (320 x 240 Pixel). Dieses dient zur Anzeige aktueller oder abgefragter Informationen, wie etwa dem Wetter. Zwei Mikrofone dienen zur Spracherkennung und Ortung von Geräuschquellen. Mittels Lautsprecher kann der Roboter auch Musik oder andere Beschallung wiedergeben.

Dazu gesellen sich eine Kamera und eine Reihe von Sensoren. So soll Plen Cube auf Befehl Fotos schießen und dabei dank seiner beweglichen Oberseite auch Bewegungen nachverfolgen oder Panoramaaufnahmen erstellen können. Auch Handgesten soll er verstehen und andere vernetzte Heimgeräte steuern können. So soll sich etwa per Sprachkommando das Licht ein- und ausschalten lassen. Auch reine Spaßfunktionen wollen die Entwickler integrieren, der Roboter soll etwa rhythmisch zu Musik "tanzen" können.

foto: plengoer

Programmierbar per API und IFTTT

Als Basis dient Intels Joule 570x-Chip, der auf IoT-Anwendungen ausgelegt ist. Er verfügt über WLAN-Anbindung, Bluetooth sowie eine Infrarotschnittstelle. Wer möchte, kann den "Robowürfel" auch per Smartphone ansteuern.

Es soll außerdem möglich sein, das Gerät über die web-basierte Automatisierungsplattform IFTTT nach Belieben zu konfigurieren. Auf diese Weise soll er sich gut an individuelle Bedürfnisse anpassen lassen. Plengoer will außerdem auch eine eigene Schnittstelle für Entwickler zur Verfügung stellen. Betrieben wird Plen Cube mit einem nicht näher genannten Linux-System und der Bibliotheken- und Tool-Sammlung Robot OS.

foto: plengoer

Hohe Sicherheit versprochen

Zur Akkulaufzeit liefert man noch keine konkreten Angaben. Man geht davon aus, dass das Gerät ohne Stromversorgung bis zu zwei Wochen im Standby-Modus verbringen kann. Eine volle Akkuladung dürfte für zwei bis fünf Stunden durchschnittlicher Beanspruchung oder 30 Minuten Nutzung des Kameramodus reichen.

Versprochen werden außerdem hohe Sicherheitsstandards. Audioaufnahmen sollen nur temporär zum Zwecke der Spracherkennung gespeichert werden. Netzwerkkommunikation soll nur verschlüsselt stattfinden. Nutzungsstatistiken, diagnostische Daten und ähnliche Informationen will man bei einem vertrauenswürdigen Cloudservice-Anbieter hinterlegen.

foto: plengoer

Finanzierungsziel erreicht

Einen funktionierenden Prototypen hat man auf der vergangenen CES vorgezeigt. Mit der Auslieferung der ersten Roboter rechnet man aktuell für kommenden Oktober. Finanziert wird das Projekt per Crowdfunding auf Kickstarter, wo Interessenten über 80.000 Dollar beigesteuert haben.

Plengoer Robotics, ein Jointventure der Firmenvon Plen und Goertek, hat bereits einige Erfahrung vorzuweisen und mit dem ebenfalls über Kickstarter finanzierten Plen2 den ersten humanoiden Mini-Roboter entwickelt, dessen Gehäuse vollständig per 3D-Druck herstellbar ist. (gpi, 13.03.32017)

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