Jubelartikel für obersten Kriminalbeamten war laut Innenministerium "Irrtum"

13. März 2017, 14:23
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Ministerium habe nichts für "nachgerade peinlichen Jubelbeitrag inklusive Privatbilder" bezahlt, heißt es auf Anfrage

Wien – Die "entgeltliche Einschaltung" für den Abteilungsleiter des Bundeskriminalamts, Gerhard Lang, im Fachmagazin "Österreich sicher" ist laut Innenministerium ein "Irrtum" gewesen. In der Ausgabe 2/2016 war eine Geschichte über Lang inklusive teils sehr privater Fotos erschienen, die als "entgeltliche Einschaltung" gekennzeichnet war. Das hatte zu einer Anfrage der Grünen geführt.

"Diese drei Seiten (38 bis 40, Anm.) waren nicht vonseiten des Innenministeriums und auch nicht von nachgeordneten Dienststellen in Auftrag gegeben", sagte Ministeriumssprecher Karl-Heinz Grundböck am Montag. "Beauftragt waren vielmehr die Seiten 4, 8 und 9 sowie die Umschlagseite." Dabei sei es um ein Kostenvolumen von 50.000 Euro netto gegangen, das sind 63.000 Euro brutto. Thematisch setzten sich die eigentlich beauftragten Seiten mit Präventionsgeschichten auseinander.

"Nach unseren Informationen ist es zu einer irrtümlichen Kennzeichnung seitens der verantwortlichen Redaktion gekommen. Die beauftragten Seiten wurden offenbar irrtümlich nicht als solche ausgewiesen, während hingegen andere redaktionell bearbeitete Seiten irrtümlich als entgeltliche Einschaltung gekennzeichnet wurden", sagte Grundböck.

"Nachgerade peinlich"

"Zur Frage, wie der als entgeltlich gekennzeichnete, aber redaktionell bearbeitete und nachgerade peinliche Jubelbeitrag inklusive Privatbilder des Porträtierten in das Magazin gelangte und ob es vereinbar sei, dass in einem Magazin neben entgeltlichen Einschaltungen ein derartiger Gefälligkeitsartikel erscheine, verweist das Innenministerium darauf, dass es sich ausschließlich um eine redaktionelle Frage handelt, auf die das Innenministerium keinen Einfluss nimmt."

Grundböck wollte allerdings nicht ausschließen, dass es sich bei den drei Seiten über Lang um eine von anderer Seite in Auftrag gegebene Geschichte handelt. "Was das Innenministerium ausschließen kann, ist, dass diese drei Seiten aus Budgetmitteln des BMI finanziert wurden. Alles andere muss die verantwortliche Redaktion beantworten." (APA, 13.3.2017)

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