Wohnen, Bankgebühren und Notdienste halten VKI auf Trab

Video13. März 2017, 13:56
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Unseriöse Installateurs- und Schlüsselnotdienste bescherten den Konsumentenschützern zahlreiche Anfragen

Wien – Im vergangenen Jahr hatten die heimischen Konsumentenschützer Hochbetrieb. Die Zahl der vom Verein für Konsumenteninformation (VKI) durchgeführten Beratungen und Klagen ist kräftig gestiegen. 15 Millionen Euro wurden für die Verbraucher insgesamt erwirkt. Davon entfielen rund 2,6 Millionen auf Beratungen und etwa 300.000 Euro auf Interventionen bei Unternehmen. In Musterverfahren, Verbandsklagen und Abmahnungen wurden 4,1 Millionen erstritten. Dazu kamen für die Geschädigten acht Millionen Euro aus einem Vergleich im Zusammenhang mit geschlossenen Fonds.

Allen kostenlosen Informationsquellen wie Plattformen für Preis- und Produktvergleiche zum Trotz sei der Beratungsbedarf gestiegen, sagt VKI-Geschäftsführer Josef Kubitschek bei der Vorlage des Jahresberichts in Wien. Den vielgepriesenen mündigen Konsumenten hält er durch einen "Informationsoverkill" für überfordert.

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Steigender Beratungsbedarf

55.000 Beratungen wurden durchgeführt und 290 Klagen angestrengt. Wobei die Konsumenten bei der Ratsuche zuallererst den traditionellen Weg des Telefonats wählen. 29.000 kostenlose telefonische Erstberatungen wurden durchgeführt, rund 1.500 mehr als im Jahr davor.

Seit Herbst steht den Konsumenten aber auch eine Onlineberatung zur Verfügung. Rund 700 Fälle wurden auf diesem Weg bearbeitet. Sorgen macht sich der VKI hingegen um die Zukunft des Testmagazins "Konsument". Die aktuelle Abonnentenzahl liegt laut VKI-Geschäftsführer Rainer Sprenger bei 50.000 und hat damit die "rote Linie" erreicht. Vor sieben Jahren lag die Zahl noch bei rund 70.000. Bis Jahresende soll das Heft nun mittels Relaunch wieder attraktiver werden.

Gewährleistung und Garantie

Die Hälfte aller Anfragen hatte ganz traditionell mit Fragen des allgemeinen Konsumentenrechts zu tun, sagt Maria Ecker, Leiterin des Bereichs Beratung beim VKI. Als da wären: Probleme rund um Gewährleistung und Garantie und da vor allem bei elektronischen Produkten wie Smartphones, Tablets und Laptops. Im Dienstleistungsbereich standen Klagen und Schwierigkeiten mit unseriösen Handwerkern wie Schlüssel- und Installateursnotdiensten ganz oben auf der Liste der Berater, so Ecker.

Im Finanzdienstleistungsbereich sorgten nicht überraschend vor allem Lebensversicherungen sowie Gebühren und Entgelte bei Konten und Kreditkarten für Beratungsbedarf. Auch das Thema Mieten bewegte die Konsumenten. Hier lag der Schwerpunkt laut Ecker bei Mietverträgen im Altbau und bei Genossenschaften. Erklärungsbedarf gab es vor allem rund um die Frage, wer bei einer Wohnungsrückgabe welche Erhaltungsmaßnahmen zu tragen hat.

290 Gerichtsverfahren

Außerdem hat der VKI im vergangenen Jahr rund 290 Gerichtsverfahren betreut, 50 mehr als im Jahr davor, die meisten davon im Auftrag des Sozialministeriums. Bei den Musterprozessen ging es vor allem um Negativzinsen und Rücktritte von Lebensversicherungen oder irreführende Werbung etwa bei Lebensmitteln. So darf ein Hersteller sein Joghurt, das aus Deutschland gekommen ist, nicht mehr als griechisches Joghurt bezeichnen. (rebu, 13.3.2017)

Info

Am Mittwoch, 15. März stehen die VKI-Expertinnen anlässlich des Weltverbrauchertags zwischen 9 und 16 Uhr persönlich im Wiener Beratungszentrum in der Mariahilfer Straße 81, 1060 Wien und telefonisch unter der Nummer 01/588770 für Beratungsgespräche zur Verfügung. Gratis beraten wird man bei einfachen Problemen aber auch sonst. Bei komplexen Anfragen wird ein Kostenbeitrag von 20 Euro eingehoben.

  • Schlüsselnotdienste beschäftigten Konsumenten und Konsumentenschützer im Vorjahr besonders.
    foto: standard/rohrhofer

    Schlüsselnotdienste beschäftigten Konsumenten und Konsumentenschützer im Vorjahr besonders.

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