Homeoffice vs. Büro: Was ist effizienter?

    14. März 2017, 08:00
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    Nicht nur das Großraumbüro – auch das Homeoffice birgt laut einer neuen Studie Gesundheitsrisiken. Wie oft man maximal daheim arbeiten sollte

    Großraumbüros sind ungesund, zeigen Studien. Oft lässt sich die Temperatur nur schwer regeln, Mitarbeiter leiden unter Hitze, Kälte oder Zugluft. Laut dem Arbeitsmediziner Heinz Fuchsig erhöhen Großraumbüros die Krankenstände nachweislich. Schuld daran sei auch die höhere Ansteckungsgefahr und, dass man darin seltener die Sitzhaltung ändere, sich also insgesamt weniger bewege.

    Der größte Nachteil des Gemeinschaftsbüros ist aber offenbar der Lärm. In einer Befragung des Schweizer Staatssekretariats für Wirtschaft und der Hochschule Luzern beklagte jeder Zweite, von Gesprächen des Gegenübers gestört zu werden.

    Beliebt ist deshalb – gerade bei Jungen – das Homeoffice: Dort, so die Behauptung, arbeite man ungestört von lärmenden Kollegen und Kolleginnen, könne seinem eigenen Arbeit-Pause-Rhythmus folgen – schaffe angeblich mehr.

    Besser im Homeoffice?

    Dass Heimarbeiter tatsächlich produktiver sind, legt eine Untersuchung der Stanford University, die die New York Times zitiert, nahe. Aber ist es auch gleich gesünder, im Homeoffice zu arbeiten? Weil der Lärmpegel und die Ablenkungsgefahr geringer sind, die Belastung reduziert?

    Geht es nach einer neuen Studie der Internationalen Arbeitsorganisation (IAO) der Vereinten Nationen, ist der Stress zu Hause ebenso groß wie im Büro. Demnach arbeite man im Homeoffice nicht nur tendenziell länger und intensiver, auch die Grenze zwischen Arbeit und Privatleben verschwimme eher.

    Für die Studie analysierten Wissenschafter die Daten von Beschäftigten aus 15 Ländern. Unter den Befragten waren solche, die ausschließlich im Homeoffice arbeiten, andere, die überwiegend mobil von unterschiedlichen Orten aus tätig sind und wieder andere, die einen festen Arbeitsplatz in einem Büro mit zusätzlichen Homeoffice-Tagen kombinieren.

    Ergebnisse im Detail

    "Alle drei Gruppen berichteten von einem höheren Stress-Level und mehr schlaflosen Nächten als jene, die bei Ihrem Arbeitgeber arbeiteten", heißt es in einer Zusammenfassung der Untersuchungsergebnisse. So klagten etwa "nur" 41 Prozent derjenigen, die mobil arbeiten, über Stress – hingegen 25 Prozent derjenigen, die im Büro arbeiten. 42 Prozent der Befragten, die im Homeoffice tätig sind, gaben an, regelmäßig nicht schlafen zu können. Unter den Office-Arbeitern ist das nicht einmal jeder Dritte (29 Prozent).

    Diese Gesundheitsrisiken seien dem "Eindringen der Arbeit in Bereiche, die normalerweise für das Privatleben reserviert sind", geschuldet.

    Empfehlung: Halb – halb

    Was die Arbeit im Homeoffice außerdem erschweren kann, sind technische Störungen: Nicht immer funktionieren die Tools, die man zum remoten Arbeiten benötigt, störungsfrei, nicht überall funktioniert das Internet gleich schnell. Zum anderen gelingt den Heimarbeitern die Abstimmung und Kommunikation mit den Kollegen oft schlechter und es muss mehr kommuniziert werden. Das führt wieder zu Mehrarbeit.

    Co-Autor Jon Messenger empfiehlt daher, die Arbeitszeit aufzuteilen: die eine Hälfte im Büro und die andere im Homeoffice zu verbringen. "Zwei bis drei Tage von zu Hause zu arbeiten, scheint genau richtig", sagt Messenger. Grundsätzlich sei der Austausch mit anderen für gutes Arbeiten essentiell, allerdings gebe es Aufgaben, die man zurückgezogen besser erledigen könne. (lib, 14.3.2017)

    • Ein Großraumbüro hat einer neuen Studie zufolge nicht nur Nachteile. Die Autoren meinen, man sollte die Arbeitszeit fifty-fifty auf Büro und zu Hause aufteilen.
      foto: istock

      Ein Großraumbüro hat einer neuen Studie zufolge nicht nur Nachteile. Die Autoren meinen, man sollte die Arbeitszeit fifty-fifty auf Büro und zu Hause aufteilen.

    • Weniger Lärm, dafür mehr Überstunden: das Konzept Homeoffice hat ebenfalls seine Schwächen.
      foto: istock

      Weniger Lärm, dafür mehr Überstunden: das Konzept Homeoffice hat ebenfalls seine Schwächen.

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