Reporter ohne Grenzen bringt blockierte Webseiten wieder ins Netz

    13. März 2017, 10:58
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    Zum Welttag gegen Internetzensur wurden fünf zensierte Webseiten in Aserbaidschan, Katar, Saudi-Arabien, der Türkei und Turkmenistan entsperrt

    Zum Welttag gegen Internetzensur am 12. März hat die Journalistenorganisation Reporter ohne Grenzen (ROG) fünf zensierte Webseiten in Aserbaidschan, Katar, Saudi-Arabien, der Türkei und Turkmenistan entsperrt. Mit der Aktion "Grenzenloses Internet" setze die Organisation ein Zeichen gegen die weitreichende Internetzensur in vielen Staaten, heißt es in einer Aussendung.

    "Immer wieder sperren autoritäre Regime Inhalte im Internet, um der Bevölkerung kritische Informationen vorzuenthalten", so Rubina Möhring, Präsidentin von Reporter ohne Grenzen Österreich. "Wir protestieren wir gegen die Bemühungen von Staaten, unabhängige Informationsquellen zu sperren. Regierungen dürfen nicht darüber entscheiden, was Menschen wissen und welche Meinungen sie sich bilden."

    Um die Seiten zugänglich zu machen, hat Reporter ohne Grenzen die fünf Webseiten "gespiegelt" und auf den Cloud-Servern großer Anbieter wie Amazon, Microsoft und Google abgelegt. Eine Regierung könnte die gespiegelten Webseiten nur noch sperren, indem sie den gesamten jeweiligen Cloud-Server blockiert, informiert die Organisation: "Doch damit träfe sie zugleich tausende Unternehmen, die auf Dienste derselben Anbieter angewiesen sind. Einen so großen wirtschaftlichen und politischen 'Kollateralschaden' ihrer Internetzensur dürften Regierungen in der Regel scheuen."

    Die fünf für die Aktion ausgewählten Webseiten seinen "wichtige Nachrichten- oder Menschenrechtsportale". Zu den entsperrten Seiten gehört beispielsweise das neue kritische Onlinemedium Özgürüz. Das deutsch-türkische Portal wurde Ende Jänner – einen Tag, bevor die Berichterstattung losgehen sollte – in der Türkei gesperrt. Chefredakteur ist der türkische Journalist Can Dündar. (red, 13.3.2017)

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