Streik auf Berliner Flughäfen wird bis Mittwoch verlängert

Video13. März 2017, 15:55
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Alle Wien-Berlin-Flüge am Montag gestrichen

Berlin/Wien – Der Streik des Bodenpersonals an den Berliner Airports bringt auch am Dienstag Ausfälle von An- und Abflügen an österreichischen Flughäfen. Der größte österreichische Flughafen in Wien-Schwechat ist naturgemäß am stärksten betroffen. Von insgesamt 19 Verbindungen (10 Hin- und 9 Rückflüge) sind zwar erst sieben fix storniert. Ein Airport-Sprecher rechnete aber damit, dass alle Flüge ausfallen.

"Wir empfehlen allen Berlin-Reisenden Kontakt mit ihrer Airline aufzunehmen. Aktuelle Informationen finden sich auch auf der Homepage des Flughafen Wien", sagte der Sprecher. Drei Airlines würden morgen normalerweise Wien mit Berlin-Tegel und -Schönefeld verbinden. Ab dem Zeitpunkt des Streikendes würde sich der Flugverkehr rasch wieder normalisieren, so die Einschätzung des Flughafen-Wien-Vertreters.

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Auch in Graz kommt es neuerlich zu Ausfällen. Dort finden vier Flüge nicht statt. Zwei Abflüge und zwei Ankünfte sind für Dienstag storniert worden.

Die beiden Dienstagsflüge von Salzburg nach Berlin sollen ebenso auch morgen ausfallen. Betroffen sind die Früh- und die Nachmittagsmaschine von Air Berlin nach Tegel. Die zweite Fluglinie, die von Salzburg aus Berlin bedient, Easyjet, bietet dienstags hingegen keine Verbindung in die deutsche Hauptstadt.

Innsbruck und Klagenfurt sind am Dienstag nicht betroffen. Dienstags gibt es von dort aus grundsätzlich keine Berlin-Verbindungen.

Tarifkonflikt

Die Streikleitung in Berlin hatte am Montag mitgeteilt, dass die Arbeitsniederlegungen auch am Dienstag ganztägig fortgesetzt werden. Die Arbeitgeber hätten "immer noch kein Entgegenkommen signalisiert" und würden sich einer Lösung am Verhandlungstisch widersetzen, begründete die deutsche Gewerkschaft Verdi die Verlängerung des Ausstands. Es sei "wenig hilfreich", dass die Arbeitgeber weiterhin die "vermeintlichen Vorzüge" ihres Angebots vom vergangenen Dienstag hervorhöben. Dieses sei aber von der Tarifkommission einstimmig abgelehnt worden.

Die Gewerkschaft forderte ein "deutlich verbessertes Angebot". Die Beschäftigten des Bodenpersonals erhielten "vielfach Löhne, von denen sie nicht leben können, viele müssen aufstocken oder einen Zweitjob ausführen, um wirtschaftlich über die Runden zu kommen".

Verdi hatte das Bodenpersonal in Tegel und Schönefeld bereits am Freitag und am Montag zu einem ganztägigen Streik aufgerufen. An beiden Tagen mussten deshalb jeweils rund 660 Flüge gestrichen werden – am Montag waren es in Schönefeld nach Angaben der Flughafengesellschaft 195 Flüge und in Tegel 465. Passagiere wurden gebeten, sich vor Reisebeginn bei ihrer Fluggesellschaft über ihren Flug zu informieren.

Zum Vergleich: Auch am Vienna International Airport gibt es täglich rund 660 Flugbewegungen – als Starts und Landungen. (APA, 13.3.2017)

  • Passagiere werden nicht weit kommen: Streik am Berliner Flughafen Tegel.
    foto: reuters/hannibal hanschke

    Passagiere werden nicht weit kommen: Streik am Berliner Flughafen Tegel.

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