Rapid bleibt im Elend, Sturm der Austria auf den Fersen

12. März 2017, 18:32
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Alar und Lykogiannis vertiefen die Krise der Wiener, die nach dem 1:2 in Graz schon 18 Punkte hinter der Austria und Rang drei liegen

Graz – Rapids Jammer nimmt kein Ende. Nach der Niederlage im Schlager der 25. Runde sind die 2017 noch sieglosen Wiener schon 18 Punkte hinter Stadtrivale Austria und Rang drei. Nur halb so weit ist es Richtung Abstieg.

Als Rapid-Trainer war Damir Canadi bei Sturm vor dem Spiel noch sieglos, das focht den schwer geprüften Coach der schwer geprüften Hütteldorfer aber nicht an. Dass der Isländer Traustason wegen einer Verletzung durch Kvilitaia ersetzt werden musste, verbuchte Canadi als Beweis für die aktuelle Misere seiner Mannschaft.

Weitere Belege waren die Verschleuderung der ersten guten Chance durch Joelinton (4.) und jene Szene, die zu einem recht frühen Rückstand führte. Kuen wurde im Versuch, eine Hereingabe von Hierländer zu verhindern, im Strafraum am nicht angelegten Oberarm getroffen, der Schweizer Schiedsrichter Alain Bieri entschied dennoch auf Elfmeter. Ex-Rapidler Alar ließ sich die Gelegenheit zu seinem 14. Saisontor nicht entgehen (21.).

Die Rapidler ließen es sich trotz der fragwürdigen Entscheidung nicht verdrießen, die größte Schwäche der vergangenen Runden konnten sie aber zunächst nicht ablegen. Auer (36., deutlich und kläglich), Kvilitaia (37., knapp mit Pech) und Dibon (43., so halt) vergaben gute Chancen auf den Ausgleich noch vor dem Seitenwechsel.

Danach sollten es Steffen Hofmann und Schrammel richten, allerdings hielt die Abwehr der Gastgeber ihren Laden zusammen und sei es mit unlauteren Mitteln. Referee Bieri übersah ein Foul an Kvilitaia im Strafraum der Grazer (63.). Die Empörung der Rapidler konnte sich jedoch nicht richtig entfalten, weil Sturms Grieche Lykogiannis mit einem Schuss aus 35 Metern ins Kreuzeck Goalie Knoflach keine Chance ließ (64.). Lykogiannis war es allerdings auch, der Rapid den Anschlusstreffer durch Joelinton servierte (81.). Rapid fand durch Kvilitaia noch eine große Chance vor (89.), aber keine Gerechtigkeit mehr. (red, 12.3.2017)

Bundesliga, 25. Runde, Sonntag

SK Sturm Graz – SK Rapid Wien 2:1 (1:0)
Merkur-Arena, 15.300 Zuschauer, SR Bieri (SUI)

Torfolge:
1:0 (21.) Alar (Elfmeter)
2:0 (64.) Lykogiannis
2:1 (80.) Joelinton

Sturm: Gratzei – F. Koch, Spendlhofer, Schulz, Lykogiannis – Jeggo, Piesinger – Hierländer (87. Ovenstad), Atik (74. Horvath), Schmerböck (66. P. Huspek) – Alar

Rapid: Knoflach – Dibon, Sonnleitner, M. Hofmann – Pavelic, Auer (46. S. Hofmann), Schwab, Kuen (46. Schrammel) – Schaub (77. Schößwendter), Joelinton, Kvilitaia

Gelbe Karten: Jeggo bzw. Schwab, Joelinton

Stimmen:

Franco Foda (Sturm-Trainer): "Es war ein tolles Spiel von beiden Mannschaften mit hoher Intensität. Rapid war optisch überlegen, wir haben aber 70 Minuten wenig zugelassen und im richtigen Moment das 2:0 erzielt. Nach dem individuellen Fehler von Lykogiannis, der zum Gegentreffer geführt hat, haben wir nicht mehr Ruhe in unser Spiel bekommen. Wir hatten auch das nötige Glück. Wenn man gegen Rapid gewinnen will, braucht man das auch. Viele Schiedsrichter geben den Elfmeter, andere auch nicht."

Damir Canadi (Rapid-Trainer): "Meine Mannschaft hat ein sehr gutes Spiel gemacht. Die erste Hälfte war ausgeglichen, Sturm ist durch einen fragwürdigen Elfmeter in Führung gegangen. Wir waren in der zweiten Hälfte die klar bessere Mannschaft. Die Niederlage tut weh, weil wir so dominant waren. Es wäre auch in der zweiten Hälfte ein Elfmeter für uns zu geben gewesen. Die Leistung hat gestimmt, natürlich sind wir enttäuscht. Jetzt brauchen wir über die Tabelle nicht sprechen."

Steffen Hofmann (Rapid-Kapitän): "Wir hatten mehr vom Spiel, Sturm hat auf Konter gelauert. Es war auch ein sehr intensives Spiel. In der zweiten Hälfte hatten wir auch gute Möglichkeiten, wo der Ball aus kurzer Distanz nicht reinwollte. Wir müssen alles analysieren, was aber ohnehin schon passiert. Wir müssen in jedem Training Gas geben und uns alles erarbeiten."

  • Deni Alar (li.) brachte Sturm auf die Siegerstraße.
    foto: apa/erwin scheriau

    Deni Alar (li.) brachte Sturm auf die Siegerstraße.

  • Charalampos Lykogiannis erhöhte mit einem Traum von Weitschuss auf 2:0. Und für Rapid gab es trotz des Anschlusstreffers von Joelinton einmal mehr nichts zu ernten.
    foto: apa/erwin scheriau

    Charalampos Lykogiannis erhöhte mit einem Traum von Weitschuss auf 2:0. Und für Rapid gab es trotz des Anschlusstreffers von Joelinton einmal mehr nichts zu ernten.

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