Niedermühlbichler erwartet keinen Gegenkandidaten zu Häupl

12. März 2017, 09:59
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SPÖ-Bundesgeschäftsführer sieht Vorsitzfrage in Wiener SPÖ geklärt – Häupl bleibt Parteichef – "Würde niemandem empfehlen, sich mit Häupl anzulegen"

Wien – SPÖ-Bundesgeschäftsführer Georg Niedermühlbichler rechnet beim Parteitag der Wiener SPÖ am 29. April nicht mit Gegenkandidaten zum amtierenden Wiener SP-Chef und Bürgermeister Michael Häupl. "Wenn jemand will, dann soll er kommen, aber da gehe ich nach dem Motto, möge er jetzt sprechen oder für immer schweigen", sagte Niedermühlbichler im APA-Interview.

SPÖ-Vertreter aus den Wiener Flächenbezirken hatten zuletzt mehr oder weniger offen eine Neuaufstellung der Wiener SPÖ gefordert und Bürgermeister Häupl den Rückzug nahe gelegt. Die Gruppe forciert Wohnbaustadtrat Michael Ludwig als Häupl-Nachfolger. Niedermühlbichler, der vor seinem Wechsel in die Bundesparteizentrale Wiener Landesgeschäftsführer war, sieht die Vorsitzfrage in Wien indes geklärt. "Unser derzeitiger Parteichef hat sich festgelegt, dass er kandidiert. Und er wird auch kandidieren. Und wenn er kandidiert, dann wird er dort die Mehrheit ganz problemlos erringen", erklärte Niedermühlbichler.

Mit "Kampfgeist" zu "Höchstform"

Dass die Kritiker Häupls beim Parteitag und der Wahl zum Parteichef gezielt Streichungen gegen das Stadtoberhaupt organisieren könnten, wie in Medien spekuliert wurde, befürchtet Niedermühlbichler nicht. "Diese Taktik halte ich für hinterhältig und einer Sozialdemokratie nicht würdig. Ich gehe nicht davon aus, dass jemand so unvernünftig ist, das zu tun." Parteitagsdelegierte agierten ja nicht aus "Eigenzweck, um eigene Rechnungen zu begleichen", sondern hätten eine Verantwortung gegenüber der Bewegung. "Es geht schließlich darum, die SPÖ aus diesem Parteitag gestärkt und nicht geschwächt hervorzubringen."

Außerdem hätte man sich da mit dem Falschen angelegt. "Man darf Michael Häupl nicht unterschätzen. Wenn man bei ihm den Kampfgeist lockt, läuft er zu Höchstform auf. Das hat man bei der Wiener Wahl gesehen und das musste auch (FPÖ-Chef Heinz-Christian) Strache zur Kenntnis nehmen", so Niedermühlbichler. "Bevor man den Michael Häupl mürbe kriegt, muss schon viel Wasser die Donau runterrinnen. Ich würde niemandem empfehlen, sich mit Häupl anzulegen. Da geht bei ihm die Post ab, und da können sich alle warm anziehen." (APA, 12.3.2017)

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