Doku "The Internet Warriors": Wie Trolle wirklich ticken

11. März 2017, 11:30
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Norwegischer Filmemacher hat drei Jahre lang hasserfüllte Internet-Kommentatoren besucht

Drei Jahre lang hat sich ein norwegischer Filmemacher mit Internetkommentatoren auseinandergesetzt, die besonders hasserfüllte Botschaften in Foren und Social Media posteten. Das Ergebnis dieser Recherche ist eine 20-minütige Doku, die Kyrre Lien von den norwegischen Fjorden bis in die US-Wüste gebracht hat. Lien hat dabei Menschen mit besonders extremen Ansichten besucht, die rassistische, homophobe und frauenfeindliche Kommentare im Netz veröffentlicht haben.

the guardian
Die Doku "The Internet Warriors".

Viele wollten mit Lien nicht sprechen

Eigentlich wollte der Filmemacher insgesamt 200 Menschen interviewen, allerdings verweigerte die Hälfte davon jeglichen Kontakt. Besonders scheu waren laut Lien die Frauenhasser. Von all den kontaktierten Männern wollte nur einer mit ihm sprechen. Dabei wollte der Norweger die Kommentatoren nicht bloßstellen, sondern lediglich mit ihnen reden und alles über sie und ihre Beweggründe erfahren, wie er selbst sagt. "Ich bin zu einem Forscher geworden", sagt Lien dem britischen Guardian.

"Man darf die Menschen nicht ignorieren"

In den drei Jahren ist dem Filmemacher aufgefallen, dass es bestimmte Dinge gibt, die alle hasserfüllten Kommentatoren eint: Sie sind einsam, fühlen sich von der Gesellschaft zurückgelassen und waren zumindest einmal selber Opfer von Mobbing. Allerdings warnt Lien davor, die Menschen zu ignorieren. "Menschen können sich ändern. Man muss ihnen nur zuhören", sagt der Norweger. Die Doku von Lien trägt den Namen "The Internet Warriors" und ist kostenlos auf YouTube verfügbar. (red, 11.03.2017)

  • Kjell Frode Tislevoll – einer der Protagonisten aus "The Internet Warriors". Er sprach sich auf Facebook für getrennte Gehsteige für Menschen mit heller und dunkler Haut aus.
    foto: kyrre lien for the guardian

    Kjell Frode Tislevoll – einer der Protagonisten aus "The Internet Warriors". Er sprach sich auf Facebook für getrennte Gehsteige für Menschen mit heller und dunkler Haut aus.

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