Japan bevorzugt US-Käufer für Toshibas Chipsparte

    10. März 2017, 15:51
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    Regierung will offenbar verhindern, dass heimische Technologie in falsche Hände gerät.

    Der angeschlagene japanische Industriekonzern Toshiba kann seine Chipsparte voraussichtlich nur an einen eingeschränkten Kreis von Interessenten verkaufen. Insiderinformationen zufolge will die Regierung in Tokio verhindern, dass hochmoderne heimische Technologie in falsche Hände gerät. Wahrscheinlich ist demnach eine Veräußerung an einen US-Käufer. "Die Vereinigten Staaten sind der einzige zulässige Partner aus Sicht der nationalen Sicherheit Japans", sagte eine in den Verkaufsprozess eingebundene Person.

    Interessenten

    Zu den US-Interessenten zählen nach früheren Insiderinformationen der Festplatten-Spezialist Western Digital, der Chipkonzern Micron und Finanzinvestoren wie Bain Capital. Eine Bevorzugung der genannten Firmen würde bedeuten, dass Kandidaten aus anderen Ländern wie der südkoreanische Halbleiterhersteller SK Hynix sowie der taiwanische Apple-Zulieferer Foxconn und sein heimischer Rivale TSMC praktisch keine Chance hätten.

    Den Insidern zufolge will die Regierung nicht zulassen, dass wichtige Wirtschaftsressourcen letztlich dem Rivalen China zufallen. Nach japanischem Recht müssen ausländische Unternehmen die Erlaubnis des Staates einholen, wenn die von ihnen geplante Übernahme einer heimischen Firma die nationale Sicherheittangiert.

    Probleme mit AKW-Tochter Westinghouse

    Ein weiterer Grund für die Bevorzugung von US-Interessenten sind die Probleme, die Toshibas amerikanische AKW-Tochter Westinghouse hat und der Grund für den geplanten Verkauf der Chipsparte sind. Westinghouse prüft die Möglichkeit eines Insolvenzantrags, nachdem Milliardenabschreibungen in der Sparte Toshiba in die Bredouille brachten. Mit den US-Behörden werde es wahrscheinlich zu Auseinandersetzungen wegen des Atomgeschäfts kommen, sagte ein Toshiba-Manager. Im Gegenzug könne es daher ein Entgegenkommen bei der Chipsparte geben. (Reuters, 10.3.2017)

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